13. April 2005 18:57; Akt: 13.04.2005 18:58 Print

Tausende pilgern zum Papst-Grab

Das Grab von Papst Johannes Paul II. in der Krypta des Petersdoms entwickelt sich zu einem Anziehungspunkt für Pilger.

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Tausende strömten am Mittwoch bereits in den ersten Stunden zu der Ruhestätte, in denen sie öffentlich zugänglich war. Zwei italienische Zeitungen berichteten unterdessen, dass bei dem am Montag beginnenden Konklave der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger von 40 bis 50 Stimmberechtigten unterstützt werden könnte.

Die erforderliche Zweidrittelmehrheit von 77 Stimmen für die Wahl zum Papst würde Ratzinger damit deutlich verfehlen, der am Samstag 78 Jahre alt wird. Wie der «Corriere della Sera» und «La Republicca» berichteten, haben sich die Kardinäle, die einen jüngeren Nachfolger Johannes Pauls wollten, sich noch nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt. Beide Zeitungen nannten keine Quellen für ihre Berichte. Das Kardinalsgremium äussert sich nicht mehr öffentlich zur Papstwahl. Im Oktober 1978 wurde Johannes Paul II. nach acht Wahlgängen zum Papst ausgerufen.

Am Dienstagabend hatten viele der in Rom versammelten Kardinäle gemeinsam die letzte Ruhestätte Johannes Pauls besucht. Jeweils zu zweit traten sie an das Grab und verneigten sich. Am Mittwoch empfingen sie die Mitglieder des diplomatischen Korps, die dem Gremium offiziell ihr Beileid zum Tod des Papstes aussprachen.

In der Phase der so genannten Sedisvakanz - der Zeit zwischen dem Tod eines Papstes und dem Amtsantritt seines Nachfolgers - liegt die Leitung der katholischen Kirche in den Händen des Kardinalskollegiums. Ausserdem nutzen die Würdenträger die Gelegenheit, sich gegenseitig kennen zu lernen, bevor sie den neuen Papst aus ihren Reihen wählen.

Für fast alle der 115 Kardinäle, die sich an der Papstwahl beteiligen, ist es das erste Konklave - lediglich zwei von ihnen waren schon 1978 bei der Wahl Karol Wojtylas dabei. Das Konklave findet unter strengster Geheimhaltung statt. Bereits am Freitag müssen sich all jene formell zur Verschwiegenheit verpflichten, die während der Papstwahl mit den Kardinälen in Kontakt kommen - beispielsweise Ärzte, Zimmermädchen oder Busfahrer, die die Würdenträger zwischen ihrem Hotel und der Sixtinischen Kapelle hin und her fahren.

Die Krypta des Petersdoms blieb nach der Beisetzung Johannes Pauls am vergangenen Freitag zunächst geschlossen. Der Vatikan wollte damit einen Massenandrang der in Rom versammelten Pilger verhindern. In der Woche nach dem Tod des Papstes kamen etwa drei Millionen Menschen in die italienische Hauptstadt. Viele reisten im Anschluss an die Trauerfeier wieder ab.

Das Grab des am 2. April verstorbenen Papstes bedeckt eine schlichte weisse Marmorplatte. Auf ihr sind sein lateinischer Name, «IOANNES PAVLVS PPII», sowie die Daten seines Pontifikats eingraviert: «16 X 1978 - 2 IV 2005». Nur wenige Schritte entfernt liegt das Grab, in dem nach historischer Überlieferung der Apostel Petrus beigesetzt worden sein soll.

(ap)