«Meine Eltern sind doof»

12. Februar 2019 07:08; Akt: 12.02.2019 13:19 Print

Sohn von Impfgegnern kämpft für Masernimpfung

Weil seine Mutter Impfgegnerin ist, musste ein Teenager in den USA bis zu seiner Volljährigkeit warten, um sich impfen zu lassen. Nun macht er sich Sorgen um seine Geschwister.

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Ethan Lindenberger aus Norwalk im US-Staat Ohio hat sich kürzlich gegen sämtliche Kinderkrankheiten impfen lassen. Jahrelang hatte der Teenager mit seiner Mutter über ihre Weigerung, ihn gegen Krankheiten wie Hepatitis, Polio, Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken impfen zu lassen, gestritten. Jetzt ist Lindenberger volljährig geworden und hat sich entschieden, alle Impfungen nachzuholen.

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Der 18-Jährige hatte sich Mitte November an die Community der Online-Plattform Reddit gewandt: «Meine Eltern sind recht doof. Sie glauben, dass Impfstoffe eine Art Verschwörung der Regierung seien. Nur Gott weiss, wie ich noch am Leben bin», schrieb er. Seine Mutter Jill Wheeler sei durch Fehlinformationen im Netz beeinflusst worden. Darum wolle er nun wissen, wie er die Impfungen erhalten könne.

Mutter verbreitet alte Theorie

Die Spannungen mit seiner Mutter hätten begonnen, als er auf Social Media bemerkt habe, wie sie regelmässig Videos und Posts der Impfgegnerbewegung veröffentlichte, sagte der Teenager der «Washington Post». Da fragte sich der Sohn, wie es um seine Freunde stand. Waren alle ungeimpft, oder war er eine Ausnahme? Und was waren das für Studien, die Jill Wheeler teilte?

Die Mutter ist der Meinung, dass bestimmte Impfstoffe Autismus bei Kindern auslösen – eine zwar weitverbreitete Theorie, die jedoch auf gefälschten Studien beruht und von der US-Gesundheitsbehörde CDC widerlegt wurde. Im Jahr 1998 hatte der britische Arzt Andrew Wakefield die Theorie mit einem Artikel im Fachmagazin Lancet ins Rollen gebracht. Wakefield stellte darin einen Zusammenhang zwischen dem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln und späterem Autismus bei einer Gruppe von Kindern her. Jahre später wurde bekannt, dass der Mediziner von Eltern autistischer Kinder, die einen Impfstoffhersteller verklagen wollten, Geld bekommen hatte.

Der Teeanger ist mit seiner Sorge nicht allein

Lindenbergers Post wurde über tausendmal kommentiert. Drei weitere Teenager erzählten in den Kommentaren ähnliche Geschichten. Auch sie betrachten sich als Opfer ihrer Eltern, die ebenfalls Impfgegner sind, und wünschen sich sehnlichst eine Impfung, um gegen Krankheiten geschützt zu sein, die im schlimmsten Fall tödlich verlaufen können. Eine Userin, die sich als Krankenschwester ausgab, erklärte den Rat suchenden Teenagern, wie sie vorgehen müssten, um die Impfungen endlich zu erhalten.

Der Konflikt sorgt derzeit für schlechte Stimmung im Hause Lindenberger. Der Sohn hat sich zwar bei seinen Eltern dafür entschuldigt, dass er sie auf Reddit beleidigt hat, dennoch macht er sich Sorgen um seine jüngeren Geschwister im Alter von 16, 14, fünf und zwei Jahren.

Der 16-Jährige habe der Mutter mitgeteilt, dass er sich ebenfalls wünsche, geimpft zu werden. Jill Wheeler lasse das aber nicht zu, erzählt Ethan Lindenberger. Noch mehr beunruhigt ihn aber seine zweijährige Schwester, die mehreren ansteckenden Krankheiten ausgesetzt sei. «Es bricht mir das Herz, dass sie Masern bekommen und dadurch sterben könnte», sagt Lindenberger.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sven K. am 12.02.2019 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    totengräber

    wer seine kinder nicht impft hilft aktiv mit, dass schwere krankheiten nicht ausgerottet werden. impfgegner gefährden die gesundheit von uns allen!

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  • Susi N am 12.02.2019 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Impfen? Immer!!

    Masern müssen ausgerottet werden. In meiner Schulzeit, erkrankten viele Kinder an solchen Krankheiten, mich hat es bis Heute nie erwischt. Dasselbe bei meinen drei Kindern. Während viele erkrankten, hatten meine drei nie etwas. Bis heute, erneuere ich sämtliche Impfungen, alle 10 Jahre. Bin unterdessen Oma und habe es kein einziges mal bereut, dass ich dies mache. Was einige nicht wissen. Sollte eine Frau in der Schwangerschaft mit Röteln angesteckt werden, kann das zu einer Behinderung des ungeborenen führen. Kann jeder Arzt bestätigen

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  • artr2d2 am 12.02.2019 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere

    Mut gegen den ideologischen Wahn. Schönes, erfrischendes Beispiel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • mommy am 12.02.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    autismus mom

    ich bin mama eines autisten und dachte auch erst es ist von der impfung doch wan erkennt autismus in deb ersten ca.4 lebensjahren und verbindet es schnell mit der impfung mein sohn ist geimpft und zu glück musste ich mir nicht sorgen machen das er auch noch irgendwelche krankheiten bekommt die man mit impfung hätte verhindern können

  • Freier Mensch am 12.02.2019 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wer die Masern nicht bis

    zum Erwachsenenalter bekommen hat, sollte sich impfen. Zu meiner Zeit bekamen alle Kinder die Masern und haben eigene Abwehrstoffe ohne Hilfe gebildet.

  • Felix am 12.02.2019 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Aus Angst wird Geld

    Ich war gegen Röteln geimpft und bekam als Kind Röteln. Mein Bruder, obwohl gegen Mumps geimpft, bekam Mumps und die meisten die ich kenne, die gegen Grippe geimpft sind haben häufiger Grippe als ich, wobei ich nicht geimpft bin. Was lernt man draus? Impfen hilft nur der Pharmalobby um aus Angst Geld zu machen.

  • Melanie Stalder am 12.02.2019 20:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dorfleben

    Bei uns im Dorf hat es 4 Familien die ihre Kinder nicht geimpft haben. Diese Kinder sind sozusagen nie krank im Gegensatz zu den anderen. Da kommt man als Lehrerin ins Stutzen ob diese Impferei überhaupt Sinn macht. Irgendwo haben die ein besserem Immunsystem.

  • Sidy_ am 12.02.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso weint das 4 jährige Kind eines Impfgegners?

    Es steckt in der Midlife-Crysis.