Anschläge in Nigeria

25. Dezember 2011 10:45; Akt: 25.12.2011 19:24 Print

Terror während Weihnachts-Messen

Nigeria wurde erneut von schweren Explosionen erschüttert, mindestens 40 Personen kamen ums Leben. Die radikalislamische Sekte Boko Haram hat sich zu den Anschlägen auf Kirchen bekannt.

storybild

Männer begutachten ein vom Anschlag völlig demoliertes Auto ausserhalb einer Kirche bei Abuja/Nigeria. (Bild: AFP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei einer Serie von Anschlägen in Nigeria sind am Weihnachtstag mindestens 40 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Zu der schwersten Explosion, bei der während eines Gottesdienstes in einer Kirche nahe der Hauptstadt Abuja mindestens 35 Menschen ums Leben kamen, bekannte sich die islamistische Sekte Boko Haram. In der zentral gelegenen Stadt Jos sowie im Nordosten des Landes wurden weitere Angriffe verübt. Der Vatikan verurteilte die «terroristische Gewalt» gegen Christen am Weihnachtsfest aufs Schärfste.

Mindestens 35 Leichen wurden Rettungskräften zufolge im Bereich der katholischen Kirche St. Theresa in Madalla bei Abuja geborgen. Die Zahl der Verletzten wurde am Abend mit 52 angegeben. Die Behörden teilten mit, es stünden nicht genügend Krankenwagen zum Transport von Verwundeten zur Verfügung. Die Rettungsarbeiten seien zunächst zusätzlich von wütenden Menschengruppen behindert worden, die niemanden mehr in die schwer beschädigte Kirche hätten hineinlassen wollen. Erst als Soldaten vor Ort waren, wichen die aufgebrachten Menschen den Angaben zufolge zurück.

Auch zu dem Anschlag in Jos bekannt sich die Sekte Boko Haram, die bereits im vergangenen Jahr am Weihnachtstag bei einer Serie von Attentaten 32 Menschen getötet und 74 weitere verletzt hatte. Nach Angaben eines Regierungssprechers eröffneten Bewaffnete nach der Explosion einer Bombe vor einer Kirche in Jos zudem das Feuer auf die örtlichen Sicherheitskräfte. Mindestens ein Polizist sei dabei getötet worden. In einem Gebäude in der Nähe der Kirche seien zwei weitere Sprengsätze rechtzeitig entdeckt und entschärft worden.

Aus der nordöstlichen Stadt Damaturu wurde am frühen Nachmittag von zwei weiteren Explosionen berichtet. Eine davon sei durch die Autobombe eines Selbstmordattentäters vor einem regionalen Büro der Geheimpolizei verursacht worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Drei Menschen seien durch die Detonation getötet worden. Der militärische Kommandeur, dem der Anschlag offenbar gegolten habe, sei jedoch nicht zu Schaden gekommen.

Mehr als 500 Tote in einem Jahr

In einem Interview mit der Zeitung «The Daily Trust» bestätigte ein Sprecher der Gruppe Boko Haram, dass diese hinter den Anschlägen in Madalla und Jos stecke. Nigeria war zuletzt immer wieder von Bombenanschlägen und Attentaten der radikalen islamischen Sekte erschüttert worden. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AP zufolge ist die Sekte allein in diesem Jahr für mindestens 504 Todesopfer verantwortlich gewesen.

Der Vatikan verurteilte die jüngsten Anschläge in Nigeria am Sonntag aufs Schärfste. Die tödlichen Angriffe am Weihnachtstag seien ein Zeichen von «Grausamkeit und absurdem, blindem Hass», der keinen Respekt vor Menschenleben zeige, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Die katholische Kirche bete für alle Nigerianer, die «in diesen Tagen, die von Friede und Freude geprägt sein sollten, terroristischer Gewalt» ausgesetzt seien.

Auch Aussenminister Guido Westerwelle verurteilte die Anschläge in Nigeria sowie einen weiteren in Afghanistan, der am Sonntag mindestens 19 Menschen das Leben kostete. «Auch am Weihnachtstag bleibt die Welt leider nicht von der Feigheit und dem Schrecken des Terrorismus verschont», sagte er in Berlin. Westerwelle rief dazu auf, «sich dem Übel des Terrorismus, von Gewalt und Unterdrückung mit ganzer Kraft entgegen zu stellen, in Afghanistan und Nigeria ebenso wie in Syrien, in Weissrussland und anderswo».

(fum/ap)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • pius schweizer am 25.12.2011 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und immer wieder

    solche Nachrichten hòrt man an islamischen feiertagen ziemlich selten... das radikale christen eine mosche in die luft sprengen.. sehr traurig

  • Wall-E am 26.12.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweigen muslimischer Verbände!

    Teil II: Alles im Namen Allahs und Mohammeds, und gegen die Ungläubigen. Denn die Christen sind ja in deren Augen Ungläubige. Und dies nicht nur in den Augen der Terroristen. Bitte, liebe muslimischen Mitbürger, ganz besonders die Verantwortlichen in den Verbänden, positioniert Euch endlich einmal, und schweigt nicht nur immer. Wer schweigt, macht sich mitschuldig!

  • Bürogummi am 26.12.2011 00:37 Report Diesen Beitrag melden

    Leichtsinn lässt grüssen

    Die jagen da unten Kirchen in die Luft und wir sollen hier Moscheen akzeptieren?! Ist mal wieder typisch. Immer über konservativ eingestellte Menschen fluchen und hinterher jammern, wenn sowas passiert. Ist ja schon schade, dass wir heute soweit sind. Und das traurigste an der ganzen Sache ist, dass es in der Schweiz auch nicht besser ist. Wir durften bei uns auf der Arbeit nicht einmal eine Weihnachtsfeier organisieren, aus Rücksicht auf die Muslimische Kultur....Schon recht traurig eigentlich....

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wall-E am 26.12.2011 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweigen muslimischer Verbände!

    Teil II: Alles im Namen Allahs und Mohammeds, und gegen die Ungläubigen. Denn die Christen sind ja in deren Augen Ungläubige. Und dies nicht nur in den Augen der Terroristen. Bitte, liebe muslimischen Mitbürger, ganz besonders die Verantwortlichen in den Verbänden, positioniert Euch endlich einmal, und schweigt nicht nur immer. Wer schweigt, macht sich mitschuldig!

  • Wall-E am 26.12.2011 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweigen muslimischer Verbände

    Teil I: Wie nach jedem verheerenden Anschlag von muslimischen Extremisten ... nichts zu Hören von muslimischen Verbänden weder hier noch anderswo. Keine Verurteilung, keine klare Absage an derlei Gewaltakte, einfach wie immer nichts! Aber wehe, irgendwo regt sich auch nur ein Hauch von Kritik am Islam, dann bebt gleich die Erde. Diese Taten von Nigeria beweisen einmal mehr, wie gefährlich und skrupellos doch diese radikal-islamistischen Gruppierungen sind... weiter siehe Teil II

  • Bürogummi am 26.12.2011 00:37 Report Diesen Beitrag melden

    Leichtsinn lässt grüssen

    Die jagen da unten Kirchen in die Luft und wir sollen hier Moscheen akzeptieren?! Ist mal wieder typisch. Immer über konservativ eingestellte Menschen fluchen und hinterher jammern, wenn sowas passiert. Ist ja schon schade, dass wir heute soweit sind. Und das traurigste an der ganzen Sache ist, dass es in der Schweiz auch nicht besser ist. Wir durften bei uns auf der Arbeit nicht einmal eine Weihnachtsfeier organisieren, aus Rücksicht auf die Muslimische Kultur....Schon recht traurig eigentlich....

    • Guschti am 26.12.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      Tolerant bis zur verblödung

      Ja, sehr traurig. Fremde Vögte besimmen unser Land. Wie lange lässt man die gewähren?

    einklappen einklappen
  • kafroyo am 25.12.2011 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    unfassbar

    bei sowas tut das einem einfach nur weh, und dann erst recht an weihnachten. unglaublich, dass die christen in solchen gefährlichen ländern nicht ihren glauben leben können, wie jeder andere auch. ich hoffe, diese menschen werden bestraft, für das was sie angerichtet haben, und den angehörigen viel kraft:-(

  • Donna am 25.12.2011 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    das hat nichs mit Islam zu tun.

    Das hat nichts mit islam zu tun.Islam hat nie gesagt leute zu töten.Man kann über islam lesen und mehre verstehen. Diese Leute oder Gruppen die explosionen machen haben kein verständnis von islam und alle Muslimen wissen das.

    • SwissHomer am 26.12.2011 09:07 Report Diesen Beitrag melden

      Absoluter Blödsinn den du schreibst

      Boko Haram erklärt Gewalt ganz klar als legitimes Ziel um die Weltherrschaft der Moslems zu errreichen. Lesen ist von Vorteil. Die müssen mit massiver Militärgewalt umgehend vernichtet werden

    • marvin heider am 26.12.2011 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      islam is, what islam does...

      wo bleibt denn die sonst allgegenwärtige empörung innerhalb der muslimischen gemeinden? wenn irgendwo her eine noch so harmlose karrikatur auftaucht, ist das geschrei (in der muslimischen welt) riesig. wenn im namen des islam gemordet wird, dann ist es einfach "nicht DER islam"... ein kleiner kollateralschaden sozusagen. da wird - wie so häufig in der muslimischen welt - wieder mit 2 massstäben gemessen. man stelle sich vor, in europa würden während des ramadans moscheen überfallen und muslime getötet. dann wäre hier der teufel los.

    einklappen einklappen