Ameisen-Spot

29. Februar 2012 09:20; Akt: 29.02.2012 11:10 Print

Tierschützerin stoppt den Wetterschmöcker

«Verreckte Cheib!»: Schweiz Tourismus darf den Ameisen-Spot vorläufig nicht mehr zeigen. Der Bund befürchtet eine Störung der Ameisen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Die Fortsetzung des Ameisen-Spots - hier setzt sich Horat nciht mehr auf den Ameisenhaufen.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit seinen kantigen Sprüchen und den Werbefilmen ist der Muotathaler Wetterschmöcker Martin Horat weltberühmt geworden. Der Werbespot von Schweiz Tourismus, in dem der 67-jährige Wetterprophet von einem Ameisenhaufen aus einen schneereichen Winter vorhersagt, ging um die Welt.

Damit ist vorläufig Schluss: Wie die «Südostschweiz» berichtet, hat Schweiz Tourismus auf Intervention des Bundesamts für Umwelt (Bafu) den Spot vom Netz genommen. Grund dafür sei die Beschwerde einer besorgten Tierschützerin. Diese hatte sich darüber enerviert, dass der Wetterschmöcker auf den unter Naturschutz stehenden roten Ameisen sass. Schweiz Tourismus bestreitet dies: Es handle sich um schwarze Ameisen, lässt Marketingleiterin Nicole Diermeier verlauten. Daher sei dies kein Vergehen gegen die Tierschutzbestimmungen.

«Authentische Wettervorhersage»

Für den Dreh und die Benutzung des Ameisenhaufens habe man eine Bewilligung eingeholt. Mit dem besagten Ameisenhaufen habe der Wetterschmöcker seit längerer Zeit gearbeitet. «Wir haben Horat nichts aufgezwungen, er zeigt seine authentische Wettervorhersage», so Diermeier.

Der zuständige Revierförster, Hanspeter Nussbaumer hat trotz Bewilligung keine Freude an dem Spot: «Jedem Kind bringt man bei, dass es Ameisen nicht stören soll.» Dass sich Horat im Fernsehen auf den Haufen setze, finde er schon «speziell».

Das Bafu rechtfertigt gegenüber der «Aargauer Zeitung» die Intervention gegen Schweiz Tourismus: «Ameisenhaufen sind schützenswert. Der Spot ist nicht gerade ein Vorbild dafür, wie man mit ihnen umgehen soll», so Sprecherin Elisabeth Maret.

Schweiz Tourismus sucht nun das Gespräch mit dem Bafu und will den Spot auch in Zukunft verwenden.

Bereits 2004 sass Horat für die Dreharbeiten von «Wetterschmöcker» auf einem Ameisenhaufen.

Tierschützer kippen den Spot von Wetterschmöcker Horat. Was halten Sie davon? Diskutieren Sie im Kommentarfeld.


(am)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Tierschutz hin oder her... nun ja... Auf jeden Fall haben auch die Behörden hier etwas falsch reagiert. Denn nun ist die mediale Aufmerksamkeit noch grösser und somit wird der Spot, da er auch schon längst im Internet kursiert, noch mehr angesehen. Wurde mit dieser Verfügung wirklich das erreicht was gewollt war? Zumal dies wie hier schon öfters beschrieben etwas übertrieben erscheint. – Stephan

1. Hat sich der Mann nur ein Mal in den Haufen gesetzt und er ist ja nicht mit bösen Absichten dort gewesen. 2. Sieht man dem Mann an, dass er naturliebend ist und keiner Fliege (in diesem Fall keiner Ameise) was zu leide tun würde.. 3. Wie oft spielen Kinder im Wald und zertreten Ameisenhaufen und keiner sagt was? Ganz ehrlich ich bin auch dafür das man Tiere schützt, aber das geht meiner Meinung nach etwas zu weit. – Ellen Kohler

Sorgen haben die Leute. Ich denke nicht dass es nun einen Volkssport "in Ameisenhaufen sitzen" geben wird. Dazu brennen die Ameisenbisse zu sehr. Also Tierschützer, wirkliche Tierquälerei anprangern. – Heidy Egli

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter_R am 02.03.2012 02:46 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutz ja, aber bitte mit Vernunft!

    Nun sind wir wohl bald soweit, dass man mit einer Anzeige durch "Tierschützer" rechnen muss, wenn man eine Stechmücke daran hindert, unser Blut zu essen, und das Anbringen von Fliegengittern wird verboten, weil die armen Tierchen dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit behindert und damit diskriminiert werden.

  • Karl Zeller am 01.03.2012 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Fliegentod

    Meine Frage: Ich habe gestern eine Fliege totgeschlagen. Muss ich jetzt mit einer Anzeige der Tierschützer rechnen?

  • Christian am 01.03.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ehhm...

    Haben die Tierschützer Angst es kommt zu so einer Euphorie wie beim "planking"? So eine Art "ameisenhaufenhogging?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter_R am 02.03.2012 02:46 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutz ja, aber bitte mit Vernunft!

    Nun sind wir wohl bald soweit, dass man mit einer Anzeige durch "Tierschützer" rechnen muss, wenn man eine Stechmücke daran hindert, unser Blut zu essen, und das Anbringen von Fliegengittern wird verboten, weil die armen Tierchen dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit behindert und damit diskriminiert werden.

  • Christian am 01.03.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Ehhm...

    Haben die Tierschützer Angst es kommt zu so einer Euphorie wie beim "planking"? So eine Art "ameisenhaufenhogging?

  • Rick am 01.03.2012 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    zu viel Zeit

    Irgendwie haben doch einfach alle aus langer Weile viel zu viel Zeit um sich um solches Zeugs zu kümmern. Bin auch sehr tierliebend und verfüge über Haustiere, bin dadurch aber nicht buddistisch veranlagt.

  • Nicolas am 01.03.2012 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Prios

    Wie schön haben die Tierschützer die richtigen Prioritäten gesetzt...

  • Karl Zeller am 01.03.2012 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Fliegentod

    Meine Frage: Ich habe gestern eine Fliege totgeschlagen. Muss ich jetzt mit einer Anzeige der Tierschützer rechnen?