01. April 2005 15:32; Akt: 03.04.2005 13:04 Print

Tod eines Papstes

Dazu betritt der Camerlengo (Kardinalskämmerer) zusammen mit mehreren Würdenträgern die Gemächer des Papstes.

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Dazu betritt der Camerlengo (Kardinalskämmerer) zusammen mit mehreren Würdenträgern die Gemächer des Papstes.

Begleitet werden sie von einer mit Hellebarden bewaffneten Wache der Schweizergarde. Die Waffen sollen das Übergehen der Macht auf den Camerlengo symbolisieren, der in den folgenden Tagen für die Organisation der Wahl des neuen Papstes zuständig ist.

Anschliessend wird eine Sterbeurkunde ausgestellt, in der weder die Todesursache genannt noch eine Autopsie angeordnet werden müssen. Ein Arzt ist gemäss Ritual nicht vorgesehen, stellt in der Praxis aber den Tod aus medizinischer Sicht fest.

Der Camerlengo versiegelt die Gemächer und das Arbeitszimmer des Papstes. Er informiert den römischen Kardinalvikar vom Tod des Papstes, der die Nachricht den Menschen in der Stadt verkündet.

Hat der Kardinalskämmerer den Tod des Papstes festgestellt, nimmt er dem Verstorbenen den Fischerring ab, das Symbol der päpstlichen Macht. Der Ring und das Bleisiegel des Pontifikats werden bei der ersten Vollversammlung der Kardinäle nach dem Tod des Papstes vor den Augen der Anwesenden zerbrochen.

Letzte Stunden ohne Blitzlichtgewitter

Lange vor seinem Tod hat Papst Johannes Paul II. Anordnungen für den Fall seines Todes erlassen. In der 1996 veröffentlichten Apostolischen Konstitution «Universi Dominici Gregis» bestimmte er unter anderem, dass während seiner letzten Stunden und nach seinem Ableben keine Fotos von ihm geschossen werden dürfen.

Damit wollte der Papst offenbar verhindern, dass es ihm wie Pius XII. (1939-1958) ergeht: Dessen Leibarzt hatte Fotos veröffentlicht, auf denen der Pontifex maximus in seinem Sterbebett mit Sauerstoffmaske zu sehen war.

(sda)