Touristinnen ermordet

18. Juli 2019 17:15; Akt: 18.07.2019 18:03 Print

Schweizer zu 20 Jahren Haft in Marokko verurteilt

Die Hauptverdächtigen im Fall der zwei skandinavischen Rucksack-Touristinnen sind zum Tod verurteilt worden. Ein Schweizer muss 20 Jahre ins Gefängnis.

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In Marokko müssen sich 24 Angeklagte vor Gericht verantworten. Sie sollen zwei Touristinnen brutal ermordet haben. Der Hauptverdächtige hat nun gestanden. Der Genfer Kevin Z. wurde am 29. Dezember 2018 in Marrakesch festgenommen. Er ist bereits der zweite Schweizer Verdächtige, der im Fall der beiden ermordeten Rucksack-Touristinnen in Marokko verhaftet wurde. Die beiden Schweizer Doppelbürger sollen ... ... in engem Kontakt mit einer Gruppe gestanden haben, die in den brutalen Doppelmord an den zwei Touristinnen aus Skandinavien verwickelt ist. Im Bild: Die drei Hauptverdächtigen, die die Dänin (24) und die Norwegerin (28) geköpft haben sollen. Die Angeklagten wurden vom Staatsanwalt als einsame Wölfe bezeichnet. (im Bild: ein unidentifizierter Verdächtiger). Die mutmasslichen Haupttäter hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen (im Bild: ein weiterer unidentifizierter Verdächtiger). Ein von ihnen aufgenommenes Video der Tat wurde bislang jedoch nicht von den IS-Propaganda-Kanälen wiedergegeben. Der IS bekannte sich auch nicht zu dem Doppelmord, den die Täter nach eigenen Angaben in seinem Namen ausführten (im Bild: ein weiterer unidentifizierter Verdächtiger). Louisa Vesterager Jespersen (24) und ... ... ihre Freundin Maren Ueland (28) wurden am 17. Dezember 2018 in Marokko getötet. Die beiden Studentinnen stammten aus Norwegen und Dänemark. Sie waren für Wanderferien nach Marokko gereist. Die Mutter von Louisa Vesterager Jespersens Studienfreundin Maren Ueland (Bild) versicherte, dass die beiden Frauen sehr auf Sicherheit gesetzt hätten. Die Leichen der beiden Touristinnen sind nahe des Berges Toubkal gefunden worden. (Bild: Google Maps) Die Leichen wurden zehn Kilometer vom nächsten Dorf entfernt gefunden. Die Tat löste in Marokko und auch in den Heimatstaaten der beiden jungen Frauen Entsetzen und Trauer aus.

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Im Prozess um die mutmasslich islamistisch motivierte Ermordung zweier skandinavischer Rucksack-Touristinnen in Marokko sind drei Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Ein mitangeklagter schweizerisch-spanischer Doppelbürger erhielt 20 Jahre Gefängnis.

Das entschied ein Gericht im marokkanischen Salé am Donnerstag. Angeklagt waren insgesamt 24 Verdächtige aus der radikalislamischen Szene. Die drei Hauptverdächtigen hatten den Mord an den jungen Frauen aus Dänemark und Norwegen im Dezember gestanden.

Schweizer beteuerte Unschuld

Der nun wegen «Gründung einer terroristischen Organisation» verurteilte Schweizer hatte stets seine Unschuld beteuert. Das Gericht verhängte gegen ihn die von der Staatsanwaltschaft geforderte Haftstrafe. Der Mann hat die spanische und die schweizerische Staatsangehörigkeit inne und ist zum Islam konvertiert. Er soll den Haupttätern beigebracht haben, wie sie verschlüsselte Nachrichten verschicken und Waffen benutzen.

«Es gibt keinen Gott neben Gott», sagte der Hauptverdächtige, der in traditioneller salafistischer Kleidung vor Gericht erschien, während der letzten Anhörung am Donnerstag. «Lass ihn mir vergeben», fügte er an.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits im Dezember die Todesstrafe für die drei Hauptangeklagten gefordert. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass einer von ihnen der Anführer des für die Morde verantwortlichen Dschihadistennetzwerks war.

Mutter eines Opfers forderte Todesstrafe

Auch die Mutter des dänischen Mordopfers, hatte die Todesstrafe gegen die Täter gefordert. «Am gerechtesten wäre es, gegen diese Bestien die Todesstrafe zu verhängen, die sie verdienen», hatte die Dänin vergangene Woche in einem von ihrem Anwalt vor Gericht verlesenen Brief erklärt.

Der Anwalt der dänischen Opferfamilie sagte der Nachrichtenagentur AFP vor der Urteilsverkündung: «Wir erwarten Strafen, die der Grausamkeit der Tat entsprechen.»

Die 24-jährige dänische Studentin Luisa Vesterager Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland waren im Dezember beim Zelten im Atlas-Gebirge brutal ermordet worden. In einem nach dem Mord verbreiteten Video hatten die mutmasslichen Täter dem Anführer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen. Ein weiteres Video zeigte die Enthauptung eines der beiden Opfer. Der Fall hatte in ganz Marokko für Entsetzen gesorgt.

Alle Mittäter sind IS-Anhänger

Alle ausser den drei Hauptangeklagten hatten sich während des Prozesses als IS-Anhänger bezeichnet. Für sie forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von mindestens 15 Jahren. Für einen der Mittäter plädierte sie auf lebenslange Haft. Der 33-jährige Klempner hatte die drei Hauptverdächtigen begleitet, den Tatort aber kurz vor den Morden verlassen.

Nach Auffassung der Ermittler waren die Verdächtigen von der IS-Ideologie inspiriert, hatten aber keinen Kontakt zu den Dschihadisten in Syrien oder dem Irak. Der IS selbst reklamierte die Tat nie für sich.

(sda)