Tierquälerei

03. April 2019 23:30; Akt: 03.04.2019 23:30 Print

Tote Kühe an der Küste Teneriffas angespült

Auf der Kanareninsel sind mindestens drei tote Rinder angeschwemmt worden. Die Kadaver stammen von Schiffen, die Vieh aus Südamerika transportieren.

Am Strand von Teneriffa werden tote Kühe angeschwemmt. (Video: Youtube/Ardiel Rodríguez)
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Seit Tagen werden an den Stränden von El Médano und Granadilla de Abona auf Teneriffa Tierkadaver angeschwemmt. Wie der Radiosender Cadena Ser berichtet, haben Fischer und Surfer in der vergangenen Woche mindestens drei tote Kühe im Sand und im Wasser an der Küste der spanischen Ferieninsel entdeckt.

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Dabei handelt es sich offenbar um Tiere, die an Bord vorbeifahrender Schiffe verendeten und von der Crew einfach ins Meer geworfen wurden. Laut Cadena Ser wurden die Kühe mit dem panamaischen Schiff Polaris 2 von Südamerika nach Europa transportiert. Das Schiff hatte am 22. März den Hafen von Rio Grande in Argentinien verlassen und sollte die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika am Donnerstag, 4. April, erreichen.

Qualvolle Überfahrten nach Europa

Viehtransporter wie die Polaris 2, die lebende Rinder oder Schafe transportieren, werden in Spanien als «barcos apestosos» (übersetzt etwa Drecksschiffe) bezeichnet. Die Schlachttiere werden während mehrerer Tage, manchmal sogar Wochen unter schrecklichen Umständen gehalten. Auf den vollgestopften Schiffen liegen die Temperaturen oftmals über 30 Grad, und es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit. Viele Rinder stehen tief in ihren Exkrementen, einige sind verletzt. Andere werden während der Überfahrt krank, haben entzündete Augen und können kaum atmen.

David de Vera, Sprecher des Landwirtschaftsministeriums der Kanaren, glaubt, dass die toten Kühe von einem dieser Schiffe kommen. «Die Tiere sind höchstwahrscheinlich an Bord gestorben und wurden dann einfach ins Meer geworfen. Das ist nach internationalem Recht streng verboten», sagte er.

Polaris 2 hatte schon früher Probleme

Wenn Tiere an Bord eines Viehtransporters verenden, müsse die Besatzung sie «wie gewöhnlichen Abfall» behandeln, erklärt De Vera. Das heisst, der Kadaver muss auf dem Schiff verbrannt werden, insofern es eine Verbrennungsanlage gibt, oder beim nächsten Hafen ausgeladen und entsorgt werden.

2016 kam es bereits zu einem schweren Zwischenfall auf der Polaris 2, als sie im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa wegen eines Notfalls anlegen musste: Ihr war das Futter für die Tiere ausgegangen. Eine tierärztliche Kontrolle an Bord erzwang später die Schlachtung von 300 Rindern.

(kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Helene am 03.04.2019 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    Es sollte verboten sein Tiere so lebend rumzufahren. Kauft nur einheimisches Fleisch aus tierfreundlicher Haltung.

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  • Jack am 03.04.2019 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Tiere

    Unglaublich! Tierquälerei, die so von Europa akzeptiert wird.

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  • Lulu75 am 03.04.2019 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Einfach schrecklich wie diese Tiere leiden müssen. Sowas sollte mit hohen Bussen bestraft werden. Hauptsache es gibt tonnenweise Fleisch zum verzehren!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ursula Talarico am 04.04.2019 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    solche Schiffe gehören gestoppt

    Man muss solche Schiffe stoppen ..aufhören Tiere so zu quälen...esst doch nur "hiesiges" Fleisch...gibt doch genug davon!!

  • didel am 04.04.2019 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Einzelfall

    Dasselbe macht Australien und Neuseeland mit Schafen und Rindern. Diese werden - unter denselben grauenhaftern Bedingungen - in arabische Länder verschifft, um dort geschächtet zu werden. Als ob der Transport alleine nicht schon genug Tierquälerei wäre ...

  • TH am 04.04.2019 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Profit zählt

    Es zählt nur der Profit. Obwohl es Gesetzte gibt, die das Tier schützen sollten, sind solche Transporte erlaubt. Das "Tierwohl " ist nichts als ein Wort und die Gesetzte nicht einmal das Papier wert, auf das sie geschrieben sind.

  • Support your local Bauer am 04.04.2019 16:14 Report Diesen Beitrag melden

    Jaja

    An alle die hier die schrecklichen Umstände anprangern. Denkt bitte beim nächsten Einkauf daran zurück! Aber da gilt dann wieder Geiz ist geil....und die schlimmen Bilder sind vergessen.

  • Dagobert am 04.04.2019 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts hat mehr seine Ordnung

    Das alte Sprichwort hat seinen Sinn noch lange nicht verloren: "Geld verdirbt den Charakter", mehr gibt es nicht zu sagen