01. Juli 2006 15:50; Akt: 01.07.2006 16:02 Print

Touristen annullieren Buchung nach Abschuss von «Bruno»

Der Abschuss von Braunbär «Bruno» in den bayerischen Alpen sorgt weiter für heftige Emotionen.

Fehler gesehen?

Feriengäste stornierten ihren Urlaub in Schliersee, wie der Leiter der Kurbetriebe, Matthias Schrön, in Schliersee am Samstag bestätigte.

Bis Freitag seien 35 Absagen eingegangen. Dabei sei die Gemeinde an der Abschussentscheidung nicht beteiligt gewesen. Der Bär habe sich bei seinen Wanderungen im österreichisch-bayerischen Grenzgebiet zufällig gerade in der Region aufgehalten.

Tatsächlich war der Bär am Montag im Morgengrauen nicht einmal auf Schlierseer Gebiet erlegt worden, sondern auf dem direkt angrenzenden Gebiet der Gemeinde Bayrischzell. Dennoch häufen sich in den Internet-Gästebüchern der beiden oberbayerischen Ferienorte wütende Einträge. «Bei Mördern wollen wir keinen Urlaub machen», war dort etwa zu lesen.

Gegen Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf, seine Mitarbeiter und die Jäger gibt es wegen «Brunos» Abschuss eine Reihe von Strafanzeigen. Die Staatsanwaltschaft in München entscheidet frühestens Ende der kommenden Woche, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Der Bär, dessen Kadaver derzeit tiefgefroren aufbewahrt wird, soll ausgestopft in ein Museum kommen. Sein Skelett und die präparierten Organe werden wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. «Bruno» war am vergangenen Montag im Morgengrauen erlegt worden, nachdem wochenlange Fangversuche gescheitert waren.

(sda)