Griechenland

11. Oktober 2018 11:29; Akt: 11.10.2018 11:29 Print

Touristen über 100 Kilo dürfen das nicht mehr

Die Esel der griechischen Ferieninsel Santorini müssen einiges (er-)tragen: Die Last übergewichtiger Touristen setzt ihnen zu. Jetzt greift die Regierung ein.

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In Griechenland dürfen Menschen, die mehr als 100 Kilogramm wiegen, nicht mehr länger auf Eseln reiten. Das Landwirtschaftsministerium hat ein entsprechendes Verbot erlassen.

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Zuvor hatten Tierschutzorganisationen auf das Elend der Tiere in Santorini aufmerksam gemacht: Hierher kommen im Sommer jeden Tag Tausende Touristen aus aller Welt. Sie wollen vom Hafen meist ins 400 Meter höher gelegene Fira– ohne sich an den 588 Treppenstufen abzuquälen, die zum Ort mit seinen weltberühmten blauen Dächern führen. Obwohl es eine Seilbahn gibt, wollen viele Fira lieber auf dem Rücken eines Esels erreichen und damit ein weiteres «original griechisches Erlebnis» geniessen.

Offene Rückenverletzungen

Tierschutzorganisationen wie «Help the Santorini Donkeys» und «Donkey Sanctuary» aber zeigen, dass der Eselritt kein harmloser Spass ist, zumindest nicht für die Tiere: Die Esel erhalten trotz Bruthitze und dem Warten in der prallen Sonne kein Wasser und erleiden wegen der Last durch übergewichtige Personen oft Verletzungen der Wirbelsäule.

Zu einem Umdenken trug auch ein in diesem Sommer veröffentlichtes Video bei, das Esel mit offenen Rückenverletzungen zeigt, die durch falsch sitzende Sättel verursacht wurden.

Fortan gelten nun neue Richtlinien für den Gebrauch «pferdeähnlicher Tiere». Sie besagen, dass die Tiere ausreichend mit Wasser und Futter versorgt werden und in einem gutem gesundheitlichen Zustand sein müssen, um als Arbeitstiere eingesetzt zu werden.

Zweifel, dass Verbot auch umgesetzt wird

Weiter heisst es: «Die Tiere dürfen nicht mit übermässigem Gewicht belastet werden. Die Last darf 100 Kilogramm oder ein Fünftel des Körpergewichts nicht übersteigen.»

Eine Sprecherin von «Help the Santorini Donkeys» begrüsste den Schritt des Landwirtschaftsministeriums. Sie bezweifelte aber, dass die neue Richtlinie auch wirklich umgesetzt wird, «da die Maultierführer und die Polizei sich nicht darum scherten, wie es den Tieren gehe», schreibt die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». «Trotzdem ist es wichtig, die Touristen darauf aufmerksam zu machen, dass sie sich unter Umständen strafbar machen», sagte die Tierschützerin.

(gux)