Braut stirbt

17. April 2019 13:45; Akt: 17.04.2019 22:52 Print

Traktorfahrer fuhr am Polterabend zu schnell

Im September kippte ein Traktoranhänger während eines Polterabends in Österreich um. Die Braut starb. Nun musste sich der Lenker vor Gericht verantworten.

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Mit einer Tragödie hatte ein Polterabend am 8. September im österreichischen Allhartsberg im Bezirk Amstetten geendet: Bei einer ausgelassenen Traktorausfahrt mit rund 20 Passagieren auf dem Anhänger kippte dieser um. Die blutige Bilanz: 13 Verletzte, sechs davon schwer. Dutzende Sanitäter, drei Notarzt-Helis und zahlreiche Rettungswagen waren am Unglücksort.

Unter den Verletzten waren auch zwei Schwangere und die künftige Braut. Der Fahrer des Traktors: der 26-jährige Bruder der künftigen Braut. Die Schwerverletzten wurden in Spitäler gebracht. Die junge Braut kämpfte tagelang im Linzer Spital ums Überleben, doch ihre Verletzungen waren zu schwer. Die Frau starb im Spital.

Bruder bekannte sich schuldig

Der Lenker der Zugmaschine war nüchtern, doch die Staatsanwaltschaft entschied: Anklage wegen grob fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gemeingefährdung – dem Mann drohten bis zu drei Jahre Haft. Am Mittwoch musste der Bruder der Braut den Gang zum Gericht in St. Pölten antreten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der Traktorlenker sei zu schnell in eine Rechtskurve gefahren. Statt der zugelassenen 10 km/h soll der 26-Jährige mit 25 bis 30 km/h gefahren sein.

Der Angeklagte bekannte sich schuldig im Sinne der Anklage. Der Verteidiger: «Die wahre Strafe hat mein Mandant ohnedies schon erhalten.» Vor Gericht bekam er zudem zehn Monate bedingte Haft und 9000 Euro unbedingte Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(lie/vro)