800 Tote bei Tsunami-Katastrophe

01. Oktober 2018 05:20; Akt: 01.10.2018 05:20 Print

Häftlinge drehen aus Angst um Familien durch

Die Zahl der Opfer der verheerenden Erdbeben in Indonesien steigt auf 832. In einem Gefängnis kam es zu Tumulten.

Das Erdbeben und der folgenden Tsunami haben die Insel verwüstet. (Video: AFP/Tamedia)
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Bei zwei Erdbeben und einem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi am Freitag sind über 830 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die zuständige Katastrophenschutzbehörde am Sonntagmorgen mit.

Die Behörden erwarten jedoch noch höhere Opferzahlen. Laut Medienberichten sind auch Ausländer unter den Toten. Das Schweizer Aussendepartement hat aktuell jedoch keine Hinweise auf betroffene Schweizer, wie es auf Anfrage mitteilt.

Die Erdbeben hatten sich am Freitag vor der Küste von Sulawesi ereignet. Das Schwerste hatte Särke 7,5 und löste einen Tsunami aus. Die eineinhalb Meter hohen Wellen brachen über die Küstenstadt Palu herein. Zahlreiche Häuser stürzten wegen der Wassermassen ein.

(Video: AFP/Twitter)

Dutzende Opfer nach Tsunami

Indonesien hat um internationale Hilfe gebeten. Präsident Joko Widodo habe der Regierung erlaubt, internationale Katastrophenhilfe anzunehmen, sagte der für Investitionen zuständige Regierungsvertreter Tom Lembong am Montag.

Am Montag wurden Massengräber für die Toten ausgehoben. Mit Massenbeisetzungen wollen die Behörden die Ausbreitung von Krankheiten verhindern.


Ausschreitungen im Gefängnis

Im Gefängnis Donggala in Sulawesi kam es infolge der Erdbeben zu einem Aufstand der Insassen, wie die «Jakarat Post» berichtet. Sie verlangten, dass sie freigelassen werden, um ihre Angehörigen zu suchen.

Doch die Wärter weigerten sich, worauf die Häftlinge das Gefängnis anzündeten und Tumulte anzettelten. Die Wärter mussten wegen dem Feuer die Tore des Gefängnisses öffnen. Mindestens 100 Gefangene konnten so flüchten.

(hal/chk/afp)