Anklage in 30 Punkten

10. November 2018 02:58; Akt: 06.08.2019 02:47 Print

US-Briefbomber droht lebenslange Haft

Die US-Justiz hat ihre formellen Beschuldigungen gegen den mutmasslichen Absender der Briefbomben an prominente Kritiker von Präsident Trump verschärft.

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Ein Geschworenengremium in New York erhob am Freitag gegen den 56-jährigen mutmasslichen Absender der Briefbomben Anklage in 30 Punkten. Cesar S. wird unter anderem der Einsatz von Massenvernichtungswaffen sowie der Gebrauch eines «zerstörerischen Geräts» für eine Gewalttat vorgeworfen, wie Vertreter von Justiz- und Polizeibehörden mitteilten. Ihm droht lebenslange Haft.

Der frühere Pizzabote war nach tagelanger Grossfahndung am 26. Oktober im Bundesstaat Florida gefasst worden, wo er in einem Lieferwagen voller Pro-Trump-Aufkleber lebte. Die Justiz brachte bereits kurz darauf erste formelle Beschuldigungen gegen ihn vor, die sich aber nur auf fünf Punkte bezogen und auf eine Maximalstrafe von 48 Jahren hinausliefen. S. wurde dann einige Tage später nach New York geflogen und dort zu Beginn dieser Woche einem Gericht vorgeführt.

16 Briefe mit Sprengsätzen verschickt

In der nun erhobenen Anklage heisst es, S. habe insgesamt 16 Briefe mit Sprengsätzen an 13 Kritiker des Präsidenten geschickt. Ursprünglich waren die Ermittler noch von mindestens 13 Sprengsätzen ausgegangen. Zu den Adressaten der potenziell gefährlichen Sendungen gehörten der frühere Präsident Barack Obama, Ex-Vizepräsident Joe Biden, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, der Fernsehsender CNN, der Multimilliardär George Soros und Hollywoodstar Robert De Niro.


Die zuletzt abgefangene Briefbombe war an Hollywood-Star Robert De Niro adressiert. (Video: Tamedia/AP)

S. ist eingetragener Republikaner und nahm an Wahlkampfveranstaltungen Trumps teil. Die Briefbomben sowie der Anschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh mit elf Toten hatten kurz vor den Kongress- und Gouverneurswahlen am vergangenen Dienstag die Diskussion um Trumps aggressive Rhetorik angeheizt. Viele Kritiker werfen dem Präsidenten vor, den Boden für politische Gewalt zu bereiten.

(sda)