Industriespionage

11. Juli 2014 02:46; Akt: 11.07.2014 02:46 Print

US-Ingenieur spitzelte für China – 15 Jahre Knast

China hatte Interesse an einem Geheimrezept, dass Alltagsgüter weisser macht. Ein US-Ingenieur half es zu bekommen – und muss dafür nun ins Gefängnis und eine Haftstrafe zahlen.

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Der Verurteilte Walter Liew muss für Industriespionage für China 15 Jahre hinter Gitter. Der Verurteilte habe «sich aus Gier gegen seine Wahlheimat gewandt», so der Bezirksrichter. (Bild: Keystone/Franco Greco)

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Wegen Industriespionage für China ist ein US-Ingenieur zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Walter Liew müsse überdies eine Geldstrafe von 28 Millionen Dollar (rund 21 Millionen Euro) zahlen, ordnete Bezirksrichter Jeffrey White am Donnerstag in Oakland an. Der Verurteilte habe «sich aus Gier gegen seine Wahlheimat gewandt».

In den 90er Jahren gründeten der chinesischstämmige Liew und seine Frau Christina in Kalifornien eine kleine Firma, die dem US-Konzern DuPont nachempfunden war. Der Hintergrund: China hatte Interesse am DuPont-Geheimrezept für das als Weisspigment bekannte Titan(IV)-oxid, einem Färbemittel, das Autos, Papier und andere Alltagsgüter weisser macht.

Um die chinesische Nachfrage danach zu bedienen, heuerte Liew laut dem FBI im grossen Stil pensionierte DuPont-Mitarbeiter an und zahlte ihnen Tausende Dollar für geheime Firmendokumente, in denen der Herstellungsprozess für das Weisspigment dargelegt wird.

«Ich bereue meine Taten»

Ein Geschworenengericht hatte Liew bereits vor geraumer Zeit für schuldig befunden, im Gegenzug für die Industriespionage von Firmen in China und Singapur 28 Millionen Dollar erhalten zu haben. Laut Bezirkrichter White konnten davon 22 Millionen Dollar auf Konzerne zurückgeführt werden, die von Verwandten Liews kontrolliert wurden. Doch dann habe sich die Spur verloren.

In dem Fall wurden auch frühere Chemieingenieure von DuPont der Industriespionage für schuldig befunden. Ein dritter Exmitarbeiter beging Anfang 2012 an dem Tag Selbstmord, an dem er einen Vergleich hätte unterschreiben sollen, in dem er eine Verwicklung in den Fall eingeräumt hätte.

Liew wurde 2011 festgenommen und sass seitdem in Untersuchungshaft. Vor Gericht entschuldigte er sich. «Es gibt viele Dinge, die ich gerne anders gemacht hätte», sagte der 56-Jährige dem Richter. «Ich bereue meine Taten.»

(sda)