14. April 2005 11:51; Akt: 14.04.2005 11:57 Print

Vater zerstückelt Tochter

Wegen der Ermordung und Zerstückelung seiner drei Jahre alten Tochter steht ein 33-Jähriger in Deutschland vor dem Landgericht Oldenburg.

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Laut Anklage soll er die kleine Nadia Anfang August 2004 aus niederen Beweggründen getötet, den Kopf abgetrennt und die Leichenteile an verschiedenen Orten versteckt haben. Nach dem Prozessauftakt wurde die Verhandlung bereits nach zehn Minuten auf (den morgigen) Freitag vertagt, weil mehrere Zeugen verhindert waren.

Eine Skaterin hatte den teilweise skelettierten Körper fünf Wochen nach der Tat an einer Kreisstrasse bei Vechta entdeckt und hatte damit die Ermittlungen ins Rollen gebracht. Zum mutmasslichen Mörder führte die Polizei ein Hinweis aus dem Umfeld des Mannes, in dem dieser verbreitet hatte, die Tochter sei zu Verwandten in sein Heimatland Pakistan gereist.

Bei der Polizei bestritt Tariq A. den Mord. Zunächst erklärte er, er habe kurz die Wohnung verlassen und beim Zurückkehren Einbruchsspuren gefunden. Dann habe er seine Tochter tot und ohne Kopf aufgefunden. Aus Angst, verdächtigt zu werden, habe er den Körper versteckt. Auf Grund weiterer Angaben fand die Polizei dann aber den Kopf.

Zu Prozessbeginn widerrief der Angeklagte Tariq A. komplett frühere Angaben und verweigerte darüber hinaus vorerst die Aussage. «In den Einlassungen ist vieles nicht richtig», sagte sein Verteidiger Axel Holtorf. Klar sei zum Beispiel, dass er den Kinderkörper nicht mit dem Fahrrad habe transportieren können. Nun wolle man die Angaben «erstmal auf Null fahren und dann neu aufbauen».

Zwar sei auf Grund seines Detailwissens zu vermuten, dass sein Mandant in der Tat «mit drinhänge», kommentierte der Verteidiger am Rande der Verhandlung. Ein Motiv für den Mord an der kleinen Nadia sei aber nicht erkennbar, und es gebe «Hinweise auf die Mitwirkung Dritter». Ob Tariq A. seine Tochter selbst getötet habe oder erst später hinzu gekommen sei, müsse die Hauptverhandlung aufklären.

Aus Sicht der Anklage kreist das Motiv des 33-Jährigen, der nach der Scheidung von seiner Ehefrau das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter bekommen hatte, um eine Lebensgefährtin. Der Mann habe die Beziehung wieder herstellen oder die Frau, die seines Erachtens nach dem Kind sehr zugetan gewesen sei, dafür bestrafen wollen, dass sie ihn verlassen hatte, begründete Staatsanwältin Daniela Schierek die Anschuldigungen.

Nach Prozessbeginn wurde die Verhandlung vertagt. Zunächst sind neun Verhandlungstage bis Ende Mai angesetzt.

(ap)