Toter auf Google Earth

19. November 2013 15:52; Akt: 19.11.2013 19:08 Print

Vater fleht Google an: «Macht dieses Bild weg!»

Der Sohn von José Barrera wurde vor vier Jahren ermordet. Jetzt machte der Vater eine schreckliche Entdeckung: Auf Google Earth ist die Leiche des 14-Jährigen zu sehen.

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Für José Barrera ist es wohl der schlimmste Albtraum: Vier Jahre nach dem Mord an seinem Sohn entdeckte der Vater auf Google Earth den Tatort wieder - und erkannte die Leiche seines Jungen. Kevin Barrera war am 14. August 2009 verschwunden und einen Tag später von der Polizei tot neben den Bahngeleisen im kalifornischen Richmond aufgefunden worden. Der 14-Jährige war auf dem Weg zu einem Jugendzentrum ermordet worden.

Familie Barrera reagierte entsetzt auf die Entdeckung. Offenbar hatte Google ausgerechnet eine Satellitenaufnahme der Gegend gemacht, während Polizisten und ein Forensikerteam den Mordfall untersuchten. «Jedes Mal, wenn ich das Bild sehe, kommt es mir vor, als sei es gestern passiert», sagte José Barrera gegenüber dem Nachrichtensender KTVU. Er bat nun Google, die Aufnahme zu entfernen - und der Internetkonzern erklärte sich einverstanden.

«Unsere Herzen sind bei der Familie dieses jungen Mannes. Seit wir darüber informiert wurden, bemühen wir uns, eine Lösung zu finden», schrieb Google in einem Communiqué. «Google ist bisher nie einem solchen Antrag gefolgt, aber in diesem Fall werden wir eine Ausnahme machen.» Die Änderung soll in den nächsten acht Tagen erfolgen, so das Unternehmen weiter.

Täter wurde nie gefasst

Dass Google das Tatort-Bild wirklich umgehend entfernen wird, bezweifelt IT-Berater Rob Enderle: «Wenn Google dieses Bild für eine Person entfernen kann, wieso tun sie das nicht für alle anderen?» Er bleibt skeptisch: «Google hat, statt zu kooperieren, bisher immer lieber Nein gesagt.»

Für José Barrera ist die positive Mitteilung von Google nur ein schwacher Trost: Der Mörder seines Sohnes ist immer noch nicht gefasst worden. Die Ermittlungen hatten damals ergeben, dass Kevin Barrera in der Nacht vor seiner Ermordung alleine ins Jugendzentrum ging, nachdem er mehrere Telefonate von einem anonymen Anrufer erhalten hatte.

(kle)