Recht in Brasilien

27. Oktober 2010 22:53; Akt: 27.10.2010 23:01 Print

Vergewaltiger von 40 Frauen freigelassen

Ein der Vergewaltigung von 40 Frauen beschuldigter Mann in Brasilien hat sich der Polizei gestellt - und kam wegen einer Bestimmung im Wahlgesetz umgehend wieder frei.

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Es ist ein besonders krasses Beispiel dafür, wie ein gutgemeintes Gesetz ein äusserst fragwürdiges Resultat erzielen kann. Ein mutmasslicher Massenvergewaltiger musste in Brasilien freigelassen werden. In dem südamerikanischen Land findet am Sonntag eine Stichwahl um das Präsidentenamt statt. Ab fünf Tagen vor einer Abstimmung dürfen Wahlberechtigte nach Behördenangaben vom Mittwoch nur noch dann festgenommen werden, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden. Dies war bei dem Verdächtigen nicht der Fall.

Die Polizei in Rio de Janeiro kam dem 34-Jährigen am Dienstag über ein Mobiltelefon auf die Spur, das einem der Vergewaltigungsopfer gestohlen worden war. Der Mann hat die Beschuldigungen zurückgewiesen. Das seit 1932 geltende Wahlgesetz soll Wähler und Kandidaten vor Druck und Einschüchterung schützen. Kandidaten dürfen ab 15 Tagen vor der Abstimmung nicht festgenommen werden.

(ap)