Tödliche Beziehung

12. Dezember 2011 08:42; Akt: 12.12.2011 11:52 Print

Vergewaltigt, geheiratet und ermordet

Eine unglaubliche Tat schockiert Argentinien: Ein Mann hat sechs Monate, nachdem er eine Frau vergewaltigt hatte, diese geheiratet. Später hat er sie erstochen.

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Im April hatte ein Mann in Argentinien eine Frau vergewaltigt. Nach sechs Monaten Haft heiratete er sein Opfer - und rund sechs Wochen später ermordete er die 20-Jährige. Der 26 Jahre alte Mann wurde am Samstag in der gemeinsamen Wohnung in General Pico, 470 Kilometer westlich von Buenos Aires, verhaftet, sagte Polizeikommissar Mauro Bertone der Nachrichtenagentur DyN. In der Wohnung soll der 26-Jährige die Frau vor den Augen seiner Mutter und des dreijährigen gemeinsamen Kindes erstochen haben.

Das Paar hatte sich im März nach einer vierjährigen Beziehung getrennt. Einen Monat später vergewaltigte der Mann die Frau, nachdem er sie mit einem Messer bewaffnet von der Arbeit geholt hatte. Die Frau erstattete Anzeige, bat aber später vor Gericht, den Prozess einzustellen, da sie ihren Vergewaltiger heiraten wollte. Das Gericht stimmte dem Antrag zu.

Kindheitstrauma

Einer der Richter erklärte nach dem Mord, er sei vollkommen verblüfft über den Ausgang des Falles. Die junge Frau habe keineswegs ausgesehen, als ob sie unter Druck stehe, als sie die Freilassung des Angeklagten beantragte, sagte der Richter Carlos Flores der Nachrichtenagentur Telam.

Die Staatsanwältin Ivana Hernández erklärte jedoch, die Frau habe sich nach eigenen Angaben dem Terror von ihrem ehemaligen Lebensgefährten ausgesetzt gefühlt. Sie habe den Antrag, dem sich die Staatsanwältin widersetzte, auf Druck der Familie des Mannes gestellt. «Sie hatte eine schreckliche Kindheit, ihr Vater tötete ihre Mutter vor ihren Augen, als sie acht Monate alt war», sagte Hernández laut Telam.

(sda)