Taxi-Mörder

15. Juni 2010 16:20; Akt: 15.06.2010 17:20 Print

Vergewaltigte Taxifahrerin gelähmt

Das überlebende Opfer des Taxi-Mörders vom Bodensee, das bei dem Überfall vergewaltigt und schwer verletzt wurde, hat schwerste Nervenverletzungen. Der Täter schweigt indes über seine Motive.

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Das überlebende Opfer des Taxi-Mörders vom Bodensee wird womöglich halbseitig gelähmt bleiben, sagte Kriminaldirektor Gerd Stiefel von der Polizei Konstanz am Dienstag in Hagnau. Er sprach von einem schrecklichen Verbrechen, wie er es in seiner Laufbahn selten erlebt habe.

Der Täter schweigt

Der mutmassliche Taxi-Mörder hat sich indes noch nicht zur Tat geäussert. Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Otto Röding am Dienstag sagte, gibt es auch noch keine Erkenntnisse zum möglichen Motiv für die Ermordung der 32 Jahre alten Taxifahrerin in Hagnau.

Die 44-Jährige wurde am Dienstag vergangener Woche in Singen im Landkreis Konstanz vergewaltigt und mit einem Stich in den Hals schwer verletzt. Einen Tag später wurde eine 32-jährige Taxifahrerin in Hagnau im Bodenseekreis ermordet. Am Sonntagabend fasste die Polizei den mutmasslichen Täter beider Fälle in Brandenburg. Auf seine Spur war sie durch Zeugenaussagen und eine DNA-Spur gekommen. Gegen den 28-jährigen Russlanddeutschen Andrej W. wurde am Montag Haftbefehl erlassen. Nach Angaben der Ermittler machte er keine Angaben zu dem Geschehen.

Die 44-Jährige wurde gegen Abend von ihrem Arbeitgeber vermisst gemeldet und in der Nacht schwer verletzt und hilflos in der Nähe eines Feldwegs gefunden. Nach der ersten ärztlichen Versorgung sei die Frau von der Polizei befragt worden, sagte Stiefel. Inzwischen sei sie mehrfach operiert worden und wegen ihrer Verletzung am Hals nicht mehr in der Lage, mit der Polizei zu sprechen.

DNA-Probe nach siebter Straftat

Der Festgenommene war seit mehreren Jahren polizeibekannt, allerdings nur wegen kleinerer Delikte. «Wir haben es nach dem, was wir über ihn wissen, eigentlich mit einem Kleinkriminellen zu tun - das ist er jetzt nicht mehr», sagte Stiefel. Bis zum Jahr 2007 habe es mehrere Anklagen wegen Diebstahls gegen den im Raum Singen wohnhaften Russlanddeutschen gegeben. Einziger Hinweis auf ein «mögliches Aggressionspotenzial» sei die Anzeige eines Nachbarn gewesen, den W. während eines Streits mit einem Messer bedroht habe. Nachdem sich W. entschuldigt habe, habe der Nachbar die Anzeige zurückgezogen.

Nach der siebten Straftat habe sich die Polizei entschlossen, W. erkennungsdienstlich zu behandeln und eine DNA-Probe zu nehmen. «Sie war letztlich die Grundlage für unseren Erfolg, dass wir den Täter identifizieren konnten», sagte Stiefel. 2007 verschwand W. von seinem bisherigen Wohnort.

Gegen den 28-Jährigen wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Vergewaltigung sowie wegen vollendeten Mordes erlassen. In beiden Fällen wurde das Merkmal der Heimtücke erkannt.

(sda)