08. April 2005 14:00; Akt: 08.04.2005 14:03 Print

Vergewaltigungen und Schläge im Heim

In einem Heim im Kanton Waadt sind Behinderte über mehrere Jahre hinweg zum Teil schwer misshandelt worden. Die Rede ist von Vergewaltigungen, Schlägen und fragwürdigen medikamentösen Behandlungen.

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Dies hat eine Administrativuntersuchung ergeben, die am Freitag von den Behörden vorgestellt worden ist.
Die Misshandlungen in der Institution für behinderte Kinder, Jugendliche und Erwachsene in der Waadtländer Gemeinde Savigny hatte eine Angestellte nach ihrer Entlassung publik gemacht. In der Folge wurde im November 2004 eine Administrativuntersuchung angeordnet. Sie ergab, dass in diesem Heim seit den 1990-er Jahren bis zum Jahr 2002 zum Teil schwere Misshandlungen von Behinderten vorgekommen sind. Es gab Schläge, kalte Duschen und missbräuchliche Zwangsmittel bis hin zu Vergewaltigungen, die bereits strafrechtlich verfolgt worden sind. Die Misshandlungen wurden lange von den Verantwortlichen der Einrichtung ignoriert. Die Untersuchung hat zudem ergeben, dass die Kontrolle dieser Institution durch die Waadtländer Kantonsbehörden ungenügend war.

Die zuständigen Regierungsinstanzen des Kantons Waadt haben auf den Untersuchungsbericht reagiert und mehrere Massnahmen beschlossen. Das Heim, in dem gegenwärtig 110 Bewohner leben - darunter rund 15 Kinder, wird zwar nicht geschlossen. Allerdings muss die Leitung vollständig ausgetauscht und eine rigorose Beaufsichtigung des Personals eingeführt werden. Zudem wird die Kontrolle über diese Einrichtungen im Kanton allgemein verstärkt, sagte der zuständige Waadtländer Gesundheitsdirektor Pierre-Yves Maillard. Im Kanton Waadt ist zudem eine weitere Administrativuntersuchung angeordnet worden nach Berichten über Misshandlungen in einem anderen Heim.

(ap)