Rätselhafter Fall

04. April 2019 22:48; Akt: 04.04.2019 22:48 Print

Bub behauptet, er sei vor 8 Jahren entführt worden

Ein 14-Jähriger im US-Staat Kentucky behauptet, Timmothy Pitzen zu sein. Beim FBI geht der Alarm los.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Leicht verletzt und sichtlich verwirrt näherte sich am Mittwoch ein Teenager einem Auto, in dem eine Frau und ihre Tochter sassen. Er sagte, er heisse Timmothy Pitzen und sei auf der Flucht vor seinen Kidnappern. Die Frau alarmierte die Polizei, die wiederum sofort das FBI informierte - Timmothy Pitzen steht seit rund acht Jahren auf der nationalen Liste der vermissten Kinder in den USA.

1.
Der Fall in Kürze

Der Bub aus Aurora im US-Staat Illinois verschwand im Mai 2011, als er sechseinhalb Jahre alt war. Zuletzt war er in einem Wasserpark in Begleitung seiner Mutter gesichtet worden. Kurz danach entdeckte die Polizei die Leiche der Mutter in einem Motelzimmer in Rockford. Sie hatte sich angeblich das Leben genommen und einen Brief hinterlassen: Ihr Sohn sei nun bei Leuten, die ihn lieben und auf ihn aufpassen würden, hiess es im Schreiben.

2.
Wo war er die ganze Zeit?

Bei seiner Einvernahme durch die Behörden sagte der Teenager, er habe mit seinen Entführern im Hotel der Red-Roof-Kette gewohnt. Er sei geflüchtet und zwei Stunden lang von Ohio nach Kentucky gerannt, erklärte er. Wo genau das Hotel liegt, konnte er aber nicht sagen.

Seine Kidnapper konnte er aber beschreiben: «Zwei weisse Männer, Bodybuilder-Typen», erklärte er der Polizei. Einer von ihnen habe ein Spinnennetz-Tattoo am Hals gehabt. Der andere Mann sei kleiner und habe eine Schlange auf seine Arme tätowiert gehabt.

3.
Ist es wirklich Timmothy?

Die US-Behörden wollen nun einen DNA-Test an dem Jungen durchführen. Das Resultat soll noch am Donnerstag bekannt werden.

4.
Was sagt die Familie?

Timmothys Vater lebt in Iowa. Er warte gespannt auf das Ergebnis des DNA-Tests, sagte Kara Jacobs, eine Tante des Jungen mütterlicherseits, zum Sender NBC Chicago. Sie selber habe auch grosse Hoffnung, dass es diesmal ihr Neffe sei. In der Vergangenheit war es mehrmals vorkommen, dass die Behörden bei aufgetauchten Kindern meinten, es könne Timmothy sein. «Wir haben immer das Gefühl gehabt, dass er noch am Leben ist.»

(kle)