«Land unter»

21. Januar 2011 15:35; Akt: 21.01.2011 16:28 Print

Viele Flutwellen erwartet

In Australien ist kein Ende der Überschwemmungen in Sicht. Zahlreiche Flüsse erreichen neue Rekordpegel.

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Das Wasser hat den Bundesstaat Victoria erreicht. Ein achtjähriger Junge ist am 18. Januar in einem Wasserloch verschwunden und wohl ertrunken. Bewohner des südlichen Bundesstaates Victoria füllen am 17. Januar Sandsäcke, um sich gegen die drohenden Wassermassen zu schützen. Diese Jungs scheinen ob der gewaltigen Wassermassen den Humor nicht verloren zu haben. Viele Häuser wurden völlig verwüstet. Am 14. Januar konnten in den ersten Quartieren von Brisbane die Aufräumarbeiten beginnen. Es wurde vor allem viel Schutt angeschwemmt, der jetzt weggeräumt werden muss. Bei den Aufräumarbeiten bleiben die Kleider nicht sauber. Die Wassermassen haben die unterschiedlichsten Gegenstände angeschwemmt, welche jetzt auf den Strassen liegen bleiben. Aus den Häusern muss das Wasser entfernt und der Boden geputzt werden. Freiwillige versuchen den Schlamm vom Boden zu wegzuwischen. Das Wasser geht langsam zurück – LKWs stehen aber noch immer bis zur Hälfte im Wasser. Und auch das Boot bleibt immer noch das beste Fortbewegungsmittel. Leichtes Aufatmen in Brisbane: Das Hochwasser hat am 13. Januar seinen Höchststand erreicht. Der Pegel blieb unter jenem der Flutkatastrophe von 1974. Am 12. Januar steigt der Pegel des Brisbane River unaufhörlich an. Die Regierung evakuiert Teile der Stadt und ruft die Bevölkerung auf zu flüchten. 20 000 Häuser sind vom Wasser bedroht. Brisbane unter Wasser: Die Grossstadt im Osten Australiens ist am 11. Januar von der Flut heimgesucht worden. Teile der Bevölkerung sind bereits evakuiert worden. Die Wasserpegel steigen immer weiter an. Gebäude stehen unter Wasser. Viele Menschen schauen sich das Natur-Spektakel aus der Nähe an. Am 10. Januar wird Toowoomba in der Nähe von Brisbane von den Fluten heimgesucht. Manchen bleibt nur das Zuschauen. Die Fluten strömen durch die Strassen und zerstören die Infrastruktur Toowoombas. Nachdem das Wasser abgezogen ist, bleiben Autos ineinandergekeilt. 6. Januar: Brad Carter (nicht im Bild), der Bürgermeister von Rockhampton, will «völlig unverantwortliche» Einwohner, die entgegen der Anweisung in ihren Häusern bleiben, nicht mehr mit Lebensmitteln versorgen. Die Gefahr für die Helfer sei wegen Schlangen und anderen gefährlichen Tieren zu gross. Im Bild eine Polizeipatrouille gegen Plünderer. Gary Russell (vorne) und seine Frau Robyn warten auf ihre Evakuation. Ein Mann will von seinem Boot aus in sein Auto einsteigen. Der Flughafen bleibt weiterhin überschwemmt. Der Scheitelpunkt war am 5. Januar aber erreicht (Satellitenbild der NASA). In Rockhampten regnete es noch einmal in der Nacht zum 6. Januar. Danach wurden keine weiteren Niederschläge erwartet. 3. Januar: Touristen werden in Darwin evakuiert. Fische und ... ... Schlangen tummeln sich im Hochwasser. Die Bevölkerung wird vor Gefahren im Wasser gewarnt. In Queensland bedeckten die von massiven Regenfällen ausgelösten Überschwemmungen mindestens eine Fläche von der Grösse Deutschlands und Frankreichs. Am 2. Januar 2011 mussten die Hauptzufahrtsstrassen aus Norden und Süden entlang der Ostküste gesperrt werden. Die Fluten setzten 22 Städte unter Wasser oder schnitten sie von der Aussenwelt ab. In der Innenstadt von Rockhampton trat der Fluss Fitzroy über die Ufer. Rund 40 Prozent der Stadt ist überflutet worden, 4000 Gebäude lagen in der unmittelbaren Gefahrenzone. Rund 200 000 Menschen flohen vor dem Hochwasser aus ihren Häusern. Der Finanzminister von Queensland, Andrew Fraser, sprach von einer «Katastrophe biblischen Ausmasses». Im Bundesstaat Queensland wurden rund 1000 Menschen in Notunterkünften untergebracht.

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Im Südosten des Landes haben mehrere Flüsse am Freitag neue Rekordpegel erreicht. Auch in der zuletzt betroffenen Stadt Brisbane standen wieder Häuser unter Wasser.

Im Staat Victoria wird am Wochenende für vier Flüsse nordwestlich der Stadt Melbourne der höchste Pegel seit hundert Jahren erwartet. Hunderte Häuser sind nach Angaben der Rettungskräfte von den Wassermassen bedroht.

1500 Kilometer weiter nördlich bereiten sich auch die Behörden im Staat Queensland auf eine erneute Flutwelle vor. In Brisbane, wo das Hochwasser erst vor einer Woche erhebliche Schäden angerichtet hatte, wurden einige Stadtteile am Freitag ein zweites Mal überschwemmt. Viele Einwohner versuchten wiederum, ihre Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Bis Sonntag ist den Behörden zufolge auch hier keine Entspannung in Sicht.

Verluste durch Exportausfall

Unterdessen geht die Regierung davon aus, dass die Verluste aus entgangenen Einnahmen im Bergbau und in der Landwirtschaft bei mindestens drei Milliarden Dollar liegen. Der Export von Kohle werde wegen des Hochwassers bis März um 16,5 Millionen Tonnen zurückgehen. Bei den Agrarexporten seien Einbussen von bis zu 500 Millionen Dollar zu erwarten.

Der Gesamtschaden war bereits vor den heftigen Überschwemmungen in Brisbane auf rund fünf Milliarden Dollar geschätzt worden. Zur Finanzierung des Wiederaufbaus erwägt Ministerpräsidentin Julia Gillard eigenen Angaben zufolge die Einführung einer Sondersteuer.

Seit Beginn der Hochwasserkatastrophe sind bereits 30 Menschen in den Fluten ums Leben gekommen. In Queensland wurden mindestens 30 000 Häuser zerstört oder beschädigt. In Victoria sind 72 Ortschaften von Überschwemmung bedroht, bisher mussten hier rund 3500 Menschen ihre Häuser verlassen.

(sda)