Student entschädigt

31. Juli 2013 03:09; Akt: 31.07.2013 14:40 Print

Vier Millionen für vier Tage Horror-Haft

Nachdem er beim Kiffen erwischt worden war, musste ein US-Student tagelang in einer Minizelle ohne Tageslicht, Essen oder Wasser ausharren. Jetzt erhält er eine Millionenentschädigung.

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Daniel Chong will seinen Eltern vom Schmerzensgeld ein Haus kaufen. (Bild: Keystone/AP/K.c. Alfred)

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Ein kalifornischer Student erhält von der US-Regierung 4,1 Millionen Dollar Schmerzensgeld, weil man ihn in einer fensterlosen Gefängniszelle vier Tage lang ohne Essen und Trinken gelassen hat.

Der 25-jährige Daniel Chong war im April 2012 bei einer Drogenrazzia an einer Studentenparty zusammen mit acht anderen Personen in Gewahrsam genommen worden, weil er gekifft hatte. Als er in eine Zelle gebracht wurde, soll ein Beamter noch zu ihm gesagt haben: «Bleib wach, wir holen dich in einer Minute.» Tatsächlich bekam Chong erst nach vier Tagen wieder einen Menschen zu Gesicht. So lange musste er in der fensterlosen Zelle ausharren, die nach Medienberichten nur gerade 1,5 auf 3 Meter gross war.

Urin getrunken

Chong habe begonnen zu halluzinieren, er habe nur überlebt, weil er seinen eigenen Urin getrunken habe, sagte sein Anwalt. Die Aufseher hätten nicht auf seine Hilfeschreie und Tritte gegen die Zellentür reagiert. Als er entdeckt wurde, lag Chong in seinen eigenen Fäkalien und war stark dehydriert. Er musste mehrere Tage in der Intensivstation eines Spitals behandelt werden.

Wie sein Anwalt der «Los Angeles Times» sagte, musste sich Chong einer Psychotherapie unterziehen. Bei ihm sei eine posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden.

Der Student selbst sagt heute: «Es klang so, als wäre das alles ein Unfall gewesen - ein wirklich, wirklich schlechter und fürchterlicher Unfall.» Von dem Geld will er seinen Eltern ein Haus kaufen, den Rest will er sparen.

(jbu/sda)