12. April 2005 14:12; Akt: 12.04.2005 23:34 Print

Vier Schulkinder in Geiselgewalt

Nach Augenzeugenberichten hatte der Geiselnehmer den Schulbus, der Kinder von einem örtlichen Gymnasium im deutschen Ennepetal nach Hause brachte, kurz vor 13.00 Uhr bestiegen und den Fahrer bedroht.

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Dann fesselte er noch im Bus neun oder zehn Kinder mit einer Schnur aneinander und zwang sie, mit ihm auszusteigen. Doch konnten nach dem Verlassen des Busses mehrere Kinder fliehen. Mit den übrigen verschanzte er sich in einem Wohnhaus.

Bei dem Täter soll es sich um einen etwa 50jährigen Iraner handeln. Im Bus habe er gesagt: «Meine Kinder sind im Iran. Ich will eine Zusammenführung», berichtete Renate Schulte, deren 16-jähriger Sohn im Bus war und dem Geiselnehmer im letzten Moment entkommen konnte. Ausserdem habe der Täter beteuert: «Ich tue euch nichts. Ich habe euch lieb wie meine eigenen Kindern.»

Das Haus, in dem sich der Geiselnehmer verbarrikadierte, wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Spezialeinsatzkommandos der Polizei gingen in Stellung. Forderungen stellte der Täter nach Angaben von Polizeisprecherin Sandra Zwick zunächst nicht. Am frühen Nachmittag waren die Beamten noch bemüht, überhaupt Kontakt zu dem Geiselnehmer herzustellen, der den Angaben zufolge zumindest äusserlich sichtbar nicht unter Drogen oder Alkohol stand.

Der erste Alarm war den Angaben zufolge um 12.55 Uhr bei der Polizei eingegangen. Nachdem der Bus im Meisenweg am Rande Ennepetals gehalten hatte, verliess er nach ersten Ermittlungen mit zehn Kindern und dem Fahrer das Fahrzeug. Als eine Frau in der Nähe die Tür ihres Einfamilienhauses öffnen wollte, stiess der Geiselnehmer sie zur Seite und drang mit vier Geiseln in das Gebäude ein.

(ap)