Naturgewalt

21. März 2010 09:22; Akt: 21.03.2010 14:18 Print

Vulkan bringt Flugverkehr zum Erliegen

Nach einem Vulkanausbruch sind im Süden Islands rund 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Der Flugverkehr wurde eingestellt, die wichtigste Strassenverbindung entlang der Südküste gesperrt.

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Der Himmel glüht feuerrot über dem Eyjafjalla- Gletscher.

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Der Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher war in der Nacht auf Sonntag zum ersten Mal seit 1823 wieder aktiv geworden. Trotz des sofort ausgerufenen Ausnahmezustandes äusserten Experten überwiegend die Erwartung, dass der Ausbruch gut 120 Kilometer östlich der Hauptstadt Reykjavik begrenzt bleiben werde.

Geologen erklärten nach ersten Helikopterflügen, der Riss durch die Vulkanaktivitäten unter dem Gletscher erstrecke sich über eine Länge von knapp einem Kilometer. Als grösste Gefahr stuften die Behörden Überschwemmungen durch Schmelzwasser ein.

Ascheregen und gleissendes Licht

Knapp 700 meist auf einsamen Bauernhöfen rund um den Gletscher lebende Isländer mussten nach dem ersten Alarm ihre Häuser verlassen. In der Stadt Fljotshild regnete nach Angaben des Radiosenders RUV Asche.

Einwohner aus der Gegend hätten berichtet, dass gleissendes Licht aus dem Gletscher komme, berichtete RUV. Am Sonntag gaben die Behörden teilweise Entwarnung. Betroffene durften vorübergehend auf ihre Höfe zurück, um die Tiere zu füttern.

Der Verkehr auf dem internationalen Flughafen Keflavik sowie auf den nationalen Flugplätzen von Reykjavik und Akureyri war nach Ausbruch des Vulkans eingestellt worden. Transatlantikflüge mussten Island weiträumig umfliegen. Drei Maschinen der Icelandair aus den USA hätten die Anweisung erhalten, umzukehren und nach Boston, Orlando und Seattle zurückzufliegen, meldete RUV.

Auch im Flugverkehr entspannte sich die Lage nach einigen Stunden: Ein Behördensprecher sagte in Reykjavik, die Eruptionen seien so begrenzt, dass keine Gefahr mehr für Flugzeuge durch Lava oder Asche in der Luft bestehe.

Land der Vulkane

Island ist durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Der bekannteste und aktivste Vulkan ist der Hekla. Er war zuletzt vor zehn Jahren ausgebrochen und hatte dabei mehr als zehn Kilometer hoch Lava ausgestossen.

Von insgesamt 140 isländischen Vulkanen sind 30 noch aktiv. Tote gab es zuletzt 1783, als beim einzigen Ausbruch des Laki 9000 Menschen ums Leben kamen. 1996 sorgte der Ausbruch des Vulkans Bardabungu unter dem Vatnajökull, dem grössten Gletscher Europas, für eine gigantische Überschwemmung durch Schmelzwasser

(sda)