16. April 2007 20:31; Akt: 16.04.2007 20:32 Print

Waldbrand nach wildem Grillieren

Erneut hat ein nicht richtig gelöschtes Grillfeuer in der Schweiz zu einem Waldbrand geführt.

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Die Behörden warnen wegen Trockenheit vor akuter Brandgefahr. So schwelte das Feuer oberhalb von Sitten auch zwei Tage nach Ausbruch weiter. Die Armee wurde aufgeboten. Bei einem Brand in Neuenburg wurde eine Frau verletzt.

Das jüngste Feuer in einem Wald im bündnerischen Laax war bereits am Sonntagabend verursacht worden, wie die zuständige Polizeistelle am Montag mitteilte. So wurde eine «wilde» Grillstelle nicht sachgemäss gelöscht und das Feuer flackerte im Laufe des Tages wieder auf. Auf rund 500 Quadratmetern verbrannte dürres Gras. Bereits in den vergangenen Tagen war es im Bündnerland zu Bränden gekommen. Die Bündner Kantonspolizei warnte deshalb vor grosser Waldbrandgefahr. In den bündnerischen Südtälern ist es absolut verboten, im Freien Feuer zu entfachen.

Noch immer nicht vollständig gelöscht ist das Feuer in Arbaz oberhalb von Sitten. Es war am vergangenen Samstag ausgelöst worden, nachdem ein Grillfeuer ausser Kontrolle geraten war. Angefacht vom Föhn, breitete sich der Brand aus und zerstörte 40 Hektaren Wald und Wiesland. Zwar brachten die Löschkräfte das Feuer noch am Samstagabend unter Kontrolle, aber auch zwei Tage nach dem Ausbruch schwelten unterirdische Brände. Um diese zu kontrollieren, flog am Montagmorgen um 05.15 Uhr ein Helikopter der Schweizer Armee mit einer Wärmebildkamera die Brandzone ab. Wie die Walliser Kantonspolizei weiter mitteilte, wird das Gebiet tagsüber von rund 40 Männern überwacht. Nachts stehen etwa 30 Leute im Einsatz. Die Brandwache soll voraussichtlich noch bis kommenden Donnerstag aufrecht erhalten werden.

Die zivilen Einsatzkräfte des Kantons erhielten am Montagabend ab 18.00 Uhr Unterstützung durch rund 50 Angehörige der Armee. Dabei gehe es vor allem um die Überwachung der Lage im Schadensgebiet, teilte die Armee mit. Der Führungsstab der Armee habe ein Element des Katastrophenhilfe-Bereitschaftsverbandes ausgelöst, nachdem der Kanton Wallis um Unterstützung ersucht habe.

Laut der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft herrscht besonders im Tessin akute Waldbrandgefahr. Aber auch in anderen Gebieten ist es sehr trocken, was in den vergangenen Tagen immer wieder zu Waldbränden geführt hatte. So wurde am Samstag eine 85-jährige Frau bei einem Brand in Neuenburg verletzt. Sie wurde mit einer Ambulanz ins Spital gebracht. Rund 9.000 Quadratmeter Wald brannten ab. Im Tessin und im nahen Grenzgebiet zu Italien kämpften die Feuerwehren am Samstag an drei Orten gegen die Flammen.

Wie MeteoSchweiz auf Anfrage bekannt gab, datiert der letzte grosse Regen in Neuenburg, Sitten und Chur von Anfang März. Seither seien in diesen Regionen mit 0,3 bis sechs Litern pro Quadratmeter nur noch geringe Regenmengen gemessen worden. Während im gesamten vergangenen Monat in Neuenburg überdurchschnittlich viel Niederschlag registriert worden war, lagen die Mengen in Sitten und Chur unter dem Schnitt. Auch die Luftfeuchtigkeit ist unterdurchschnittlich, variiert allerdings je nach Tageszeit stark.

(ap)