03. März 2008 09:03; Akt: 03.03.2008 11:08 Print

Walfang-Gegner attackieren Matrosen mit Buttersäure

Bei Protesten gegen das umstrittene japanische Walfangprogramm sind nach Regierungsangaben aus Tokio drei Besatzungsmitglieder des Forschungsschiffs «Nisshin Maru» verletzt worden.

Ein Besatzungsmitglied des Walfänger-Schiffs filmte die Buttersäure-Attacke der Tierschützer. Während dessen demonstrieren Greenpeace-Aktivisten ausserhalb eines Walfangseminars in Tokyo. (Video: AP)
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Tierschutzaktivisten der Organisation «Sea Shepherd» warfen am Montag zwei Dutzend mit Buttersäure gefüllte Flaschen an Deck des Fangschiffes. Dabei seien drei Matrosen leicht verletzt worden, hiess es in Tokio. Japan verurteilte die Aktion und rief die internationale Gemeinschaft zu einer Ächtung der Proteste auf.

Sea Shepherd bestätigte den Zwischenfall mit dem Walfangschiff, nicht jedoch, dass es Verletzte gab. «Ich denke, man kann das gewaltlose chemische Kriegsführung nennen», erklärte der Vorsitzende Paul Watson in einer Stellungnahme. Neben den aus ranziger Butter hergestellten Säurebomben warfen die Aktivisten auch noch eine nicht näher definierte glitschige Substanz an Deck, um den Betrieb auf dem Schiff zu stören.

Japan tötet jährlich bis zu 1.000 Wale in der Antarktis, vorgeblich zu wissenschaftlichen Zwecken. Kritiker werfen der Regierung in Tokio vor, kommerzielle Interessen unter dem Deckmantel der Forschung zu verfolgen. Denn das Fleisch der erlegten Tiere, das in Japan als Delikatesse gilt, wird verkauft. Seit 1986 besteht ein Moratorium für den kommerziellen Walfang. Tierschützer wie die Aktivisten von Sea Shepherd versuchen, den Walfang zu stören. Auch die australische Regierung setzt sich für einen Stopp des Walfangs ein.

(ap)