Noch ein Zwischenfall

28. Februar 2012 16:05; Akt: 28.02.2012 16:28 Print

War es das für Costa Crociere?

Erst das Unglück mit 25 Toten vor Italien, nun die Havarie der «Costa Allegra»: die Reederei Costa Crociere sorgt sich um ihre Zukunft. Das Image der Firma wird schlechter und schlechter.

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Erschöpft, aber in Sicherheit: Eine Passagierin der «Costa Allegra» wird im Hafen von Mahé von Helfern an Land geführt. Der Albtraum hat ein Ende: Am 1. März läuft die «Costa Allegra» in den Hafen von Mahé ein. Die Passagiere sind in Sicherheit. An Land warten auf sie bereits Angestellte von Reisebüros, die die Rückreise für die Passagiere organisiert haben. Die Passagiere mussten eine zweite Nacht an Deck verbringen, nachdem das Lüftungssystem an Bord ausgefallen war. Seit Montag trieb die «Costa Allegra» manövrierunfähig im Indischen Ozean, nachdem ein Brand im Maschinenraum ausgebrochen war. Viele der rund 1000 Menschen an Bord standen an Deck und winkten, als das Schiff am Kai festgemacht wurde. Kurz bevor das Schiff im Hafen anlegte, war das Gepäck der Passagiere schon vor Ort. Hier haben die rund 1000 Menschen an Bord nur noch kurz auszuharren, bis auch sie an Land können. Rote Kreuz hat im Hafen Zelte aufgebaut, um sie versorgen zu können. Im Schlepptau eines französischen Fischtrawlers hat die «Costa Allegra» am 1. März den Hafen von Mahé auf den Seychellen erreicht. Die über 600 Passagiere sollen von dort in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Alternativ wird ihnen aber auch angeboten, ihre Ferien gleich auf den Trauminseln zu verbringen. 29. Februar 2012: Die Costa Allegra wird Richtung Seychellen geschleppt. Die Passagiere sind fast alle auf dem Oberdeck. Sie werden aus der Luft versorgt... ...dort ist es wegen einer leichten Brise auch am kühlsten. Hier im Hafen von Victoria auf den Seychellen soll das Schiff am Donnerstag 1. März 2012 um 08.30 Uhr ankommen. Unrühmliches Ende einer Kreuzfahrt: Ein französischer Fischkutter schleppt die 187 Meter lange Costa Allegra ab. Nach einem Brand an Bord trieb das Kreuzfahrt Schiff zuvor seit dem 27. Februar manövrierunfähig im Indischen Ozean. An Bord befinden sich 1049 Personen, darunter sind 636 Passagiere aus 25 Ländern. Unter den Passagieren sind 90 Schweizerinnen und Schweizer. Nach dem Ausfall der Motoren gibt es an Bord keinen Strom. Die Menschen müssen ohne Licht und warmes Essen auskommen. Bis zur endgültigen Rettung werden die Passagiere mit Lebensmitteln aus der Luft versorgt. Einen Tag nach der Havarie erreichte ein französisches Fischereischiff (rechts) die «Costa Allegra». Der Fischtrawler soll das Kreuzfahrt Schiff zur 3,24 Quadratkilometer grossen Seychellen-Insel Desroches schleppen. Die «Costa Allegra» gehört ebenso wie die havarierte «Costa Concordia» zur italienischen Reederei Costa Crociere. Im Bild Giorgio Moretti, der Direktor der Reederei.

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Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes «Costa Allegra» zittert die italienische Reederei Costa Crociere um ihre Zukunft. Nach dem Unglück des Schwesterschiffs «Costa Concordia» im Januar mit mindestens 25 Todesopfern könnte der erneute Unfall für die Kreuzfahrtgesellschaft mit Sitz in Genua das Ende bedeuten.

Gerüchte kursieren, wonach der US-amerikanische Mutterkonzern Carnival auf die Marke «Costa Crociere» verzichten könnte, berichtete die Mailänder Zeitung «Il Giornale» am Dienstag. «Costa Crociere» könnte mit dem Brand «Carnival Cruise Line Italia» ersetzt werden.

Die Marke leidet

Costa Crociere ist eine gesunde Gesellschaft - 2011 hatte der Konzern trotz der ungewissen Wirtschaftslage eine Rekordzahl an Passagieren gemeldet. Dennoch könnte Costa als Marke infolge der Unfallserie zugrunde gehen, warnten zuletzt Experten der Kreuzfahrtbranche.

Zwar wurden diese Gerüchte von Costa Crociere entschieden dementiert; sie sorgen jedoch für Spannungen in Genua, da die Reederei wirtschaftlich wichtig ist für die Hafenstadt. In der Genueser Ortschaft Sestri Levante wurden die neuesten Costa-Schiffe gebaut. Das Unternehmen beschäftigt direkt und indirekt mehr als 20 000 Personen und generiert einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.

Eine Million Passagiere

Nach dem Unglück der «Costa Concordia» vor der toskanischen Insel Giglio und dem Brand an Bord der «Costa Allegra» wartet das Unternehmen ab, ob im März die Zahl der Buchungen für Kreuzfahrten zurückgehen wird. In diesem Jahr wurden bisher gleich viele Kreuzfahrten ab dem Heimhafen Savona wie 2011 registriert.

Im vergangenen Jahr hatte die Kreuzfahrtgesellschaft eine Million Passagiere begrüsst. 218 Mal hatten Schiffe von Costa Crociere 2011 in Savona gehalten, in diesem Jahr sollen es 215 Stopps sein.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christine Schmohl am 28.02.2012 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Costa

    Costa gibt es schon über 60 Jahre leider können immer Unfälle geschehen. Kann mir einer sagen wieviel mal Costa Unfälle hatte. Ich bin schon 13X mit Costa gereist und die nächste ist bereits in Reichweite. Costa ist Sicher....

  • Bostitch am 28.02.2012 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Günstig

    Das ist zwar traurig, aber ich traue COSTA immer noch. Und jetzt wird die Reise immer günstiger.

  • hans meyer am 28.02.2012 09:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das?!

    was soll das. costa concordia hatte luxus apeal aber allegra ist ein halbes frachtschiff und hat nichts mit luxus zu tun!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Salomé am 29.02.2012 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Buglastig

    Wieso sieht dieses Schiff eigentlich so buglastig aus? Ich weiss, das war mal ein Frachter, und sie wird wegen dieses Brandes auch sicher nicht sinken. Trotzdem. Weiss vielleicht jemand, wieso die so aussieht? Ist das einfach die Konstruktion von Frachtern?

  • Christine Schmohl am 28.02.2012 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Costa

    Costa gibt es schon über 60 Jahre leider können immer Unfälle geschehen. Kann mir einer sagen wieviel mal Costa Unfälle hatte. Ich bin schon 13X mit Costa gereist und die nächste ist bereits in Reichweite. Costa ist Sicher....

  • Bostitch am 28.02.2012 19:14 Report Diesen Beitrag melden

    Günstig

    Das ist zwar traurig, aber ich traue COSTA immer noch. Und jetzt wird die Reise immer günstiger.

  • D. Lüthi am 28.02.2012 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Kreuzfahrt, die ist lustig...

    Wie ging nochmal das Lied? ... "Eine Kreuzfahrt, die ist lustig, eine Kreuzfahrt, die ist schön..." "Adventure Ferien auf Ozeanriese", sollte doch im Prospekt stehen. Was ich mich allerdings frage: Wieso müssen die Schiffe immer vor der Somalischen Küste stolzieren? Diese Leute haben nichts zu essen, kein Geld, einfach nichts. Sie können nicht mal fischen, weil das Meer bereits leer ist. Kein Wunder werden sie zu Piraten. Doch wer setzt sich freiwillig auf den Präsentierteller?

  • dave am 28.02.2012 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    ausharren?

    Was heisst hier ausharren? 3 Tage auf einem Luxusschiff auf den seychellen das klingt für mich eher nach urlaub...