Gender Reveal Parties

31. Dezember 2018 16:31; Akt: 31.12.2018 16:31 Print

Es gibt nicht nur «Mädchen oder Junge»

In den USA boomen Partys, in denen werdende Eltern das Geschlecht ihres Kindes verkünden. Ein nicht ganz unproblematischer Trend.

Je origineller, desto mehr Likes: Bei Gender Reveal Parties lassen sich künftige Elternpaare einiges einfallen. (Video: Tamedia/Instagram)
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Eine Frau schneidet einen Kuchen auf und kreischt, der Teig im Inneren der Torte ist rosarot gefärbt – es ist ein Mädchen! Ein Mann steht im Garten vor seiner schwangeren Frau, die ihn auffordert, den Deckel einer riesigen Kiste zu öffnen, aus der dann hellblaue Luftballone aufsteigen – es ist ein Junge!

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Für einen grossen Teil der werdenden Eltern in den USA scheint es heutzutage sehr wichtig, das Geschlecht ihres zukünftigen Babys zu erfahren. Die Verkündung feiern sie ganz gross mit sogenannten «Gender Reveal Parties» (auf Deutsch Geschlechts-Enthüllungs-Partys), bei der die Überraschung vor der Familie, den engen Freunden und manchmal sogar dem werdenden Vater enthüllt wird.

Geschlechtsorgane definieren nicht das Gender

Auf Social Media werden die Videos geteilt, die meisten könnte man als lustig bezeichnen. Je origineller, desto mehr Likes. Andere haben allerdings ein weniger erfreuliches Ende, wie der Fall eines Grenzwächters aus Arizona, der mit seiner spektakulären Idee einer Rauchbombe einen Waldbrand verursacht, oder der sichtlich enttäuschte Vater, der im Pool kollabiert, als er erfährt, dass seine Frau mit der fünften Tochter schwanger ist.

Dennoch verbirgt der Trend einen viel problematischeren Aspekt, wie Leena Nahata, eine Kinderärztin am Nationwide Children's Hospital in Columbus, Ohio, in der Zeitschrift «Pediatrics» erklärt: Indem man das Geschlecht auf «sie oder er» oder «blau oder pink» reduziere, verbinde man automatisch die biologischen Fortpflanzungsorgane eines Kindes mit seiner wahren Identität. «Riskieren wir damit nicht, uns einer Reihe von Stereotypen auszusetzen, die eigentlich sehr schädlich sind?», fragt Nahata in ihrem Bericht.

Zurück zum Anfang: wieder stinknormale Baby Showers feiern

Ähnlich sieht es Joyce Venis, Psychiatriepflegerin in Princeton, New Jersey. Für die werdenden Eltern ist es sicher wichtig, das Geschlecht des Kindes zu kennen, das sie bald erziehen werden. «Es gibt ihnen ein Gefühl von Kontrolle über dieses Unbekannte, das sie erwartet», sagt Venis zur «Washington Post».

Dass die Partys und die erhältlichen Partyartikel nur auf entweder Junge oder Mädchen ausgelegt sind, schliesst ein breites Spektrum von Möglichkeiten aus. Die Tochter, die nicht gern Kleider trägt, oder der Sohn, der davon träumt, Balletttänzer zu werden, das Transgender-Kind oder das intersexuelle Kind werden gar nicht in Betracht gezogen.

Die Gender Reveal Partys erleben seit geraumer Zeit einen Gegentrend: Viele Paare möchten lieber zurück zum «traditionellen Baby Shower» gehen. «Damals freute man sich einfach auf das Baby, man feierte das Leben», kommentierte eine Bloggerin auf der Website des Radiosenders WBUR.

«Heute schreien alle vor Freude laut auf, wenn sie das Geschlecht des Kindes hören, und niemand fragt, ob es auch gesund ist. Ich bin dafür, dass wir von nun an ‹Healthy Baby Parties› veranstalten.»

Eine Baby Reveal Party, bei der es ziemlich schiefging:

(Video: Youtube/Insider Edition)

Was meinen Sie zu diesem Trend aus den USA? Diskutieren Sie im Kommentarfeld mit!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter2000 am 31.12.2018 16:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gender

    Geschlechtsorgane definieren nicht das Gender --> Doch, tun sie!

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  • Beat Meier am 31.12.2018 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nochmals

    Hat es ein Pfiiffli ist es ein Junge. Hat es ein Weggli ist es ein Mädchen. Ganz einfach. Es wird immer so sein. Ich kann sonst auch sagen ich sei ein Brot oder ein Luftballon oder ein Bundesrat. Whatever.

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  • Mece Mg am 31.12.2018 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Genderwahn

    Wer vor der Geburt seines Kindes schon sicher sein will, dass dieses mit seinem "Gender" nicht zufrieden sein wird, ist eine Gefahr für das Kind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gott am 01.01.2019 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    Hier spricht Gott!

    Der Mensch gehört zur Natur, genauso wie alle Pflanzen und Tiere. Die geschlechtliche Fortpflanzung ist eine Errungenschaft der Natur im Zuge der Evolution. Ohne geschlechtliche Fortpflanzung wäre die Artenvielfalt, so wie wir sie heute auf der Erde kennen, undenkbar. Dazu bedarf es maximal zwei verschiedener Geschlechter. Das männliche und weibliche. Mehr Geschlechter sind nicht notwendig zur Erhaltung einer Spezies. Somit bestimmt nicht unser Geist das Geschlecht, sondern unsere Anatomie. Einige Lebewesen besitzen allerdings sowohl weibliche, als auch männliche Geschlechtsorgane.

    • artr2d2 am 01.01.2019 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott

      Man kämpft weltweit für den Schutz der Natur und für artgerechte Haltung von Tieren. Nur der Mensch wird nicht artgerecht betrachtet.

    • Neumann am 01.01.2019 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gott

      Und jetzt sind wir Menschen eben an dem Punkt angelangt, wo wir die Evolution langsam aber sicher ausschalten und selber Schöpfer spielen, durch Manipulation der bestehenden Resultate dieser Evolution. Wo das hinführt ist offen...

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  • A&O am 01.01.2019 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe

    Bitte lasst mich einfach in ruhe leben und sterben.

  • TransGirl am 01.01.2019 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ist so....

    Natürlich definieren Geschlechtsorgane nicht das Geschlecht. Das ist alt denken und nur solche 40+ denken so weil die sind nicht auf dem neuesten stand. Ich wurde mit männlichen Geschlechtsorganen geboren aber schon mit 10 wusste ich dass ich ein Mädchen bin. Brauchte niemand mir das zu sagen. Das weiss man automatisch.

  • Gandalf der Regenbogen am 01.01.2019 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Toleriere nicht die Intoleranz gegenüber deines Kö

    Wer sich operiert um seine Identität anerkennen zu "können", der sexualisiert sich selbst.

  • Kritik Ker am 01.01.2019 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher ist besser

    Tja, früher kam die Überraschung bei der Geburt, heute muss alles viel früher bekannt sein.