Ärger mit Airbnb

26. Juli 2014 06:27; Akt: 26.07.2014 06:27 Print

Wenn der Gast zum Besetzer wird

Eine Frau vermietet einem Mann über die Vermittler-Seite Airbnb ihre Wohnung in Kalifornien. Doch als der Vertrag ausläuft, weigert sich der, die Wohnung zu verlassen. Ein Albtraum.

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Cory Tschogl aus San Francisco vermietete Ende Mai ihre Wohnung im kalifornischen Palm Springs an einen Mann namens Maksym. In Kontakt getreten waren die beiden über Airbnb, den Community-Marktplatz zur weltweiten Buchung und Vermietung von temporären Unterkünften. Da er eine «verlängerte Geschäftsreise» unternehme, fragte Maksym, ob er 44 bleiben könne. Tschogl willigte ein – und das war ihr grosser Fehler. Denn: Läuft ein Mietvertrag über mehr als 30 Tage, wird die Person in Kalifornien von Gesetzes wegen nicht mehr als temporärer «Gast», sondern als regulärer «Mieter» angesehen.

Einen Tag nach seinem Einzug beschwerte sich Maksym über angeblich trübes Hahnenwasser und den bewachten Eingang zum Wohnkomplex. Er forderte eine vollständige Kostenrückerstattung. Tschogl, die keine Schwierigkeiten wollte, erstattete ihm das Geld zurück. Der Aufforderung von Online-Vermittler Airbnb, jetzt die Wohnung zu verlassen, kam Maksym jedoch nicht nach. Auch nicht, als der Mietvertrag Anfang Juli ablief.

Anwaltkosten nach gutherziger Fristverlängerung

Als die 39-Jährige drohte, dem Dauergast den Strom abzustellen, drohte Makysm seinerseits mit einer Klage wegen angeblicher Schäden in der Wohnung. Er habe den Fall mit seinem Anwalt besprochen und werde sie verklagen. Ausserdem: Was sie tue, sei Erpressung, und auch das werde er sich nicht gefallen lassen.

In ihrer Verzweiflung kontaktierte Cory Tschogl den Wirtschaftsblog «Business Insider». Ihre Situation beschrieb sie als «Albtraum».

Die Experten rieten der Frau, sich einen Anwalt zu nehmen. Dadurch, dass sie Maksym durch die gutherzig eingeräumte Mietfristverlängerung unwissentlich vom Gast zum Mieter gemacht hat, dürfte ein langer Prozess auf sie zukommen. In dieser Zeit kann es sich Maksym in Tschogls Wohnung noch etwas länger gemütlich machen.

(kle)