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01. November 2011 12:34; Akt: 01.11.2011 13:41 Print

Wenn der Polizei das Benzin ausgeht

Der Sheriff von Smithfield im US-Bundesstaat North Carolina meint es ernst: Wenn sein Budget für nächstes Jahr gekürzt wird, werden seine Polizisten im Notfall nicht mehr ausrücken. Die Einbrecher reiben sich schon die Hände.

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Bald werden die Polizeiautos von Smithfield auf dem Parkplatz bleiben. (Bild: MassPoliceCars)

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Die Stadt Smithfield im US-Bundesstaat North Carolina könnte bald ein Paradies für Einbrecher und Schurken sein. Sheriff Michael Scott will am Dienstag vor der Gemeinde einen Notplan präsentieren, der zum Einsatz kommen könnte, wenn das Budget für Benzin gekürzt wird. Wegen der Finanzkrise wurde seinem Departement bereits vergangenes Jahr das Benzin für Polizeiautos auf die Hälfte reduziert.

Weil dadurch Patrouillen gestrichen werden mussten, hätten drei Verbrechen in letzter Zeit stattgefunden, die sonst hätten vermieden werden können, ist Sheriff Scott überzeugt. Und nun soll er mit noch weniger Geld auskommen? Wie soll das gehen?, fragt sich der Polizist.

Die meisten Notrufe sind ein falscher Alarm

«Die Zunahme der Kriminalität der letzten Monate steht im direkten Bezug zur Kürzung unseres Budgets», meint Scott gegenüber «The News Observer». Die bereits 2010 erfolgte Kürzung des Budgets um acht Millionen Dollar führte dazu, dass nur halb so viele Patrouillen unterwegs sind. Wenn noch mehr gespart werden soll, dann wird sich sein Departement im Februar kein Benzin mehr leisten können.

Für seinen noch engeren Sparplan sieht Sheriff Scott nur eine Lösung: «Wir werden nur gezielte 911-Anrufe entgegennehmen.» Auf Notrufe aus Hotelzimmern oder Kabinentelefone werde in Zukunft nicht mehr reagiert. Auch wenn der Anrufer auflegt, ist die Sache für seine Polizisten erledigt. «Wir werden zudem keine kleine Verbrechen mehr untersuchen. Nur Kapitalverbrechen.» Trotz der schwierigen finanziellen Lage sieht der Polizeichef dem Problem locker entgegen: «Die meisten, die 911 anrufen, haben sich eh verwählt.»

(kle)