Umgekehrt nach Drohungen

28. Juli 2014 13:45; Akt: 28.07.2014 13:45 Print

Wenn eine Spezialeinheit das Flugzeug stürmt

Ali Shahi sorgte auf einem Flug von Kanada nach Panama für Aufregung: Wegen seiner Drohungen eskortierten zwei Kampfjets die Maschine und eine Spezialeinheit stürmte das Flugzeug.

So sieht es aus, wenn eine Spezialeinheit ein Flugzeug stürmt (Quelle: Youtube).
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45 Minuten nach dem Start eines Flugzeugs von Toronto nach Panama City begann Ali Shahi, einer von 181 Passagieren an Bord, herumzuschreien. Der 25-Jährige rief nach Aussagen anderer Fluggäste, dass ihm egal sei, was mit der Maschine oder mit den Menschen darin passiere. Dass er Kanada nicht möge und einen Dreck auf das Land gebe. Oder, wie der Pilot von Sunwing Airlines kurz nach dem Start durchfunkte: «Ein wütender Passagier macht direkte Drohungen gegen das Flugzeug.»

Der Pilot entschloss sich, nach Toronto zurückzukehren. Da man sich zu diesem Zeitpunkt bereits im amerikanischen Luftraum befand, eskortierten zwei F16-Kampfjets der US-Armee das Linienflugzeug bis zur kanadischen Grenze. Die Aufregung bei den US-Medien unten am Boden war gross.

Bei der Landung in Toronto stürmte eine kanadische Spezialeinheit die Maschine und führte Shahi ab (siehe Video). Die schwer bewaffneten Männer, welche die Passagiere anbellten, die Hände hoch und den Kopf tief zu halten, versetzten Frauen und Kinder in Angst und Schrecken. «Ich hatte Angst, meine Kinder hatten Angst», sagte Sharon Ramsey.

Wutausbruch wegen Zigaretten

Shahi wurde vor ein Gericht gestellt, das ihn der Obhut einer psychiatrischen Klinik übergab. Shahis Vater zeigte sich erleichtert: Sein Sohn habe immer wieder solche Wutanfälle – im Flugzeug habe ihn offenbar in Rage gebracht, dass Zigaretten an Bord billiger sind als beim Duty-free auf dem Flughafen. Sein Sohn tue zwar «keiner Mücke» etwas zuleide, habe aber psychische Probleme.

Nicht alle Familienmitglieder fanden es in Ordnung, wie mit dem 25-Jährigen umgesprungen wurde, der Drohungen ausgestossen hatte. Ein Verwandter erklärte, Fluggesellschaft und Polizei hätten «überreagiert»: «Sie jagten allen Passagieren einen grossen Schrecken ein – für nichts.»

(gux)