Anthropomorphe Dioramen

03. März 2012 16:09; Akt: 03.03.2012 16:09 Print

Wenn tote Mäuse klassische Gitarre spielen

Ausgestopfte Nager, die Menschen und ihr Tun darstellen: Zu Zeiten von Queen Victoria gehörten die bizarren Schaukästen in jede gute Stube. Jetzt wird das makabere Hobby wiederentdeckt.

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Man beschreibt sie am besten als Puppenstuben, in denen Situationen des bürgerlichen Alltags dargestellt werden. Eigentlich kein grosser Aufreger, wenn sie mit menschlichen Figuren bestückt wären. Doch nicht Puppen, sondern ausgestopfte Kleintiere bevölkern die Schaukästen.

Umfrage
Ist es ethisch vertretbar, solche Schaukästen mit Tieren zu bauen?
14 %
31 %
48 %
7 %
Insgesamt 272 Teilnehmer

Was uns heute befremdet, war vor gut hundert Jahren ein richtiger Hype. Der grösste Fan dieser sogenannten anthropomorphen Dioramen war niemand geringerer als Queen Victoria herself. So wundert es auch nicht, dass die skurrilen Kunstwerke während ihrer Regentschaft (1837 bis 1901) eine wahre Hochzeit erlebten.

Potter brillierte etwa mit einem Mäuse-Orchester

Der berühmteste Hersteller dieser «Tierpuppenstuben» war der Brite Walter Potter. Er war ein wahrer Meister seines Fachs und kreierte unter anderem eine Kaninchen-Schulklasse, eine Vogel-Beerdigung, ein Mäuse-Orchester sowie eine Teegesellschaft und eine Hochzeit mit Katzenbabys.

Mit dem Ende des viktorianischen Zeitalters schwand auch das Interesse an den bizarren Schaukästen. Bis jetzt. Vor allem in New York findet die alte Kunst wieder mehr und mehr Anhänger. Die Tattoo-Künstlerin Susan Jeiven ist nur eine von vielen, die neuerdings Workshops in «Anthropomorphic Mouse Taxidermy» anbieten. Hier lernen die Teilnehmer, wie man die toten Tiere ausnimmt, sie mit Sand und Draht ausstopft und schliesslich mit Puppenstuben-Accessoires als kleine menschliche Figuren drapiert.

Hirnmasse auszukratzen, ist nicht jedermanns Sache

Für ihre Kunst nimmt Susan Jeiven nur Tiere, die eines natürlichen Todes gestorben sind oder sowieso getötet worden wären. Es gibt ihr ein gutes Gefühl, wenn die kleinen Wesen durch ihre Kunst unsterblich werden, sagt sie.

Naja, jedermanns Sache ist es nicht, Hirnmasse aus kleinen Schädelchen zu kratzen oder Augen durch Knöpfe zu ersetzen. Und schliesslich den kleinen Leichnamen mit Draht und Accessoires neues Leben einzuhauchen. Doch Susan Jeivens Workshop findet regen Zulauf: Für das bizarre Hobby scheinen sich immer mehr Menschen zu interessieren.


Video: Susan Jeiven stellt ihre seltsame Leidenschaft vor:


Quelle:Youtube/The Midnight Archive

(kmo)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Im Text wie im Video sagt die Künstlerin ja klar, dass sie NUR Mäuse nimmt, die eines natürlichen Todes gestorben sind! Diese Tiere werden weder extra für diese Zwecke gezüchtet noch getötet. Statt sie in einem Ofen zu verbrennen od zu Tierfutter zu verarbeiten, gibt sie ihnen einen neuen Zweck ihres Daseins. Es ist wie bei vonHagens Körperwelten, hier werden die Tiere einfach als ganzes genutzt. Ich bin für Tierschutz und ein Tierfreund, aber hier kann ich die Aufregung nicht verstehen! Lest den Artikel richtig & schaut das Video dann erübrigt sich das ganze. – Eric

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eric am 04.03.2012 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso die Aufregung? 

    Im Text wie im Video sagt die Künstlerin ja klar, dass sie NUR Mäuse nimmt, die eines natürlichen Todes gestorben sind! Diese Tiere werden weder extra für diese Zwecke gezüchtet noch getötet. Statt sie in einem Ofen zu verbrennen od zu Tierfutter zu verarbeiten, gibt sie ihnen einen neuen Zweck ihres Daseins. Es ist wie bei vonHagens Körperwelten, hier werden die Tiere einfach als ganzes genutzt. Ich bin für Tierschutz und ein Tierfreund, aber hier kann ich die Aufregung nicht verstehen! Lest den Artikel richtig & schaut das Video dann erübrigt sich das ganze.

  • Ricardo Granda am 04.03.2012 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Stumpfsinn

    Wir sind schon so tief gesunken, dass wir nicht mal die Tiere respektieren die schon milliardenfach für unsere Gesundheit und unsere Bedürfnisse in den Laboratorien getötet wurden.

  • Jäggi Stephanie am 03.03.2012 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel des guten

    Bei solchen sachen sagt der tierschutz dann kein wort., es ist respecktlos und einfach gemein was soll das, wo führt das blos noch hin !!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eric am 04.03.2012 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso die Aufregung? 

    Im Text wie im Video sagt die Künstlerin ja klar, dass sie NUR Mäuse nimmt, die eines natürlichen Todes gestorben sind! Diese Tiere werden weder extra für diese Zwecke gezüchtet noch getötet. Statt sie in einem Ofen zu verbrennen od zu Tierfutter zu verarbeiten, gibt sie ihnen einen neuen Zweck ihres Daseins. Es ist wie bei vonHagens Körperwelten, hier werden die Tiere einfach als ganzes genutzt. Ich bin für Tierschutz und ein Tierfreund, aber hier kann ich die Aufregung nicht verstehen! Lest den Artikel richtig & schaut das Video dann erübrigt sich das ganze.

  • Micky Maus am 04.03.2012 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Real-Disney

    Wären es keine echten Tiere, sehen die Szenen fast aus wie aus einem gerendertem Disney-Film.

  • Nadal am 04.03.2012 04:43 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich lustig

    Aus Kunststoff wär es süss, aber mit echten ist es doch makaber ;)

  • Fabian am 04.03.2012 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Film

    Das ist wie im Film Dinner Für Spinner

  • Ricardo Granda am 04.03.2012 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Stumpfsinn

    Wir sind schon so tief gesunken, dass wir nicht mal die Tiere respektieren die schon milliardenfach für unsere Gesundheit und unsere Bedürfnisse in den Laboratorien getötet wurden.