Mexiko

11. Januar 2016 17:14; Akt: 11.01.2016 19:01 Print

Wer ist die Kontaktfrau zu «El Chapo»?

Kate del Castillo hat die Verbindung von Sean Penn zum Drogenboss Joaquin Guzmán hergestellt. Die 43-jährige Frau gibt in Mexiko Rätsel auf.

Bildstrecke im Grossformat »
Sechs Männer gekidnappt, unter ihnen wohl ein Sohn von «El Chapo»: Bewaffnete Beamte vor dem Restaurant La Leche in Puerto Vallarta, wo es zu der Entführung kam. (16. August 2016) Hinter Gittern: Juan Manuel Álvarez hat für Joaquin «El Chapo» Guzman und dessen Sinaloa-Kartell Geld gewaschen. (27. März 2016) Bereits länger sitzt Joaquin «El Chapo» Guzmán im Gefängnis. Er lässt in Haft sein Essen vorkosten – von seinem Hund. Der Anführer des Sinaloa-Kartells, «El Chapo», ist nach seiner Flucht im Juli wieder hinter Gittern (8. Januar 2015). Der Drogenboss empfing Sean Penn im Oktober 2015 in seinem Versteck. Der Hollywoodstar interviewte «El Chapo» sieben Stunden lange fürs «Rolling Stone»-Magazin. Die mexikanische Schauspieleriin Kate del Castillo hat den Kontakt zwischen Sean Penn und dem Drogenbaron hergestellt. In Mexiko ist die Rolle der Frau sehr umstritten. (10. Januar 2016) «El Chapo», Penn und del Castillo – ein Trio, das nicht nur in Mexiko viel zu reden gibt. Eine Frau in Mexiko liest die Zeitung «La Jornada», in der die Story mit Penn und dem Gangsterboss abgedruckt ist. Nicht nur die Leserschaft, sondern auch die Ermittler haben noch einige Fragen an Penn und Vermittlerin del Castillo offen. Ein Hinweis führte die Polizei zum Versteck des Drogenbosses: Mexikanischer Marine-Soldat sichert nach der Festnahme von Guzmán einen Kanal. (8. Januar 2016) Bei der Festnahme im mexikanischen Los Mochis, Sinaloa, sei ein Soldat verletzt worden. Die Soldaten selber hätten fünf Personen getötet und sechs festgenommen. (8. Januar 2016) Joaquin «El Chapo» Guzmán gilt als Ausbrecherkönig. Zuletzt gelang ihm im Juli 2015 die Flucht aus dem Altiplano-Hochsicherheitsgefängnis in Almolay, Westmexiko. (12. Juli 2015) Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto ist der Stolz an der Pressekonferenz anzusehen. «Mission erfüllt. Wir haben ihn», so verkündete der Staatschef zuvor die Festnahme des Drogenbosses auf seinem Twitter-Konto. (8. Januar 2016) «Meine Anerkennung gilt dem Sicherheitskabinett der Regierung.» Staatschef Enrique Peña Nieto (l.) applaudiert Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos Zepeda (r.). (8. Januar 2016) Mit diesem ausgetüftelten Plan gelang Joaquín «El Chapo» Guzmán vor sieben Monaten die Flucht: Im Tunnel zum Gefängnis findet sich ein modifiziertes Motorrad auf Schienen, mit dem die Helfer des Drogenbarons offenbar den Aushub abtransportierten. (14. Juli 2015) Auf den Aufnahmen, welche die mexikanischen Behörden während einer Pressekonferenz veröffentlicht haben, ist zu sehen, wie der inhaftierte Drogenboss durch die Dusche seiner Zelle flüchtet. Hier gings runter: Ein Loch im Boden der Dusche diente als Eingang zum Tunnel. (14. Juli 2015) Für Belüftung und Beleuchtung war gesorgt: Die Decke des 1,5 Kilometer langen Tunnels. (14. Juli 2015) Reicht tief ins Erdreich: Der Schacht, durch den Guzmán mittels Leiter in den Keller eines Hauses in Almoloya de Juárez gelangte. (14. Juli 2015) Spurensuche: Ein Beamter untersucht den Ausgang des Fluchttunnels. (14. Juli 2015) Erster Augenschein: Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez González (2.v.r.) schaut sich den Eingang zum Keller an. (12. Juli, 2015) Unscheinbarer Ausgang: Haus in Almoloya de Juárez, unter dem der Tunnel endete. (12. Juli, 2015) Spuren der Helfer? Kleider und Schuhe liegen im Haus. (12. Juli, 2015) Hochsicherheitsgefängnis Altiplano in Almoloya westlich von Mexiko-Stadt: Hier sass Drogenboss Joaquín «El Chapo» Guzmán in Haft. (12. Juli, 2015) Guzmán entkommt den Behörden bereits zum zweiten Mal: Bundespolizei vor dem Hochsicherheitsgefängnis. (12. Juli, 2015) Als sie «El Chapo» schnappen konnten: Sicherheitskräfte des mexikanischen Militärs eskortieren den verhafteten Joaquín Guzmán in einem Navy-Hangar in Mexico City. (22. Februar 2014)

Zum Thema
Fehler gesehen?

In einer Telenovela spielt sie eine Drogenbaronin, im wahren Leben organisierte sie das geheime Treffen des Hollywoodstars mit dem mächtigsten Drogenboss der Welt: Sean Penns spektakuläres Interview mit Joaquín «El Chapo» Guzmán wurde von der mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo vermittelt.

Berühmt wurde del Castillo mit der Fernsehserie «La Reina del Sur» (Die Königin des Südens) 2011. Ihre Karriere verlief ohne grössere Skandale, bis sie im Februar 2012 im Kurzbotschaftendienst Twitter Nachrichten über Guzmán absetzte. In einer Botschaft bekannte sie, sie glaube «mehr an Chapo Guzmán als an die Regierungen, die die Wahrheit vor mir verbergen, auch wenn sie schmerzhaft ist». Del Castillo bittet den Kriminellen darin inständig, aus dem Drogengeschäft auszusteigen. Der Kartellchef war damals seit elf Jahren auf der Flucht – nach seinem ersten Ausbruch aus dem Gefängnis 2001.

Ein Missverständnis?

Del Castillo betonte jedoch in einem Interview, sie sei missverstanden worden und die Tweets «totale Ironie und Sarkasmus». Zudem versicherte die dunkelhaarige, geschiedene 43-Jährige, Guzmán habe nie geantwortet und sie kenne ihn auch nicht.

Hollywoodstar Penn berichtet in seinem am Samstag im US-Magazin «Rolling Stone» veröffentlichten Artikel jedoch, ein Anwalt Guzmáns habe del Castillo nach ihrer Twitter-Nachricht kontaktiert. «Er sagte, El Señor wollte ihr aus Dankbarkeit Blumen schicken. Sie war nervös, gab ihm aber ihre Adresse, doch wegen des nomadenhaften Lebens einer Schauspielerin kamen die Blumen nicht bei ihr an», berichtet Penn.

Briefe und SMS-Nachrichten

Nach Guzmáns Festnahme im Februar 2014 habe der Anwalt del Castillo erneut ausfindig gemacht. Fortan tauschte Mexikos Serienstar mit dem Drogenboss handgeschriebene Briefe und SMS-Nachrichten aus, wie Penn berichtet. Im Gefängnis plante Guzmán demnach einen Film über sein Leben, doch er wollte «nur Kate die Geschichte anvertrauen».

Als Penn über den Drogenboss schreiben wollte, suchte er nach eigener Darstellung über einen Freund Kontakt zu del Castillo, die wiederum eine Verbindung zu Guzmán herstellte. Am 2. Oktober – im Juli war Guzmán durch einen Tunnel aus dem Hochsicherheitsgefängnis geflohen – fand das berühmt gewordene Treffen zwischen Penn, del Castillo und Guzmán tatsächlich statt. Als sie zum verabredeten Termin auf einer Dschungellichtung eintrafen, habe Guzmán den mexikanischen Fernsehstar «begrüsst wie eine Tochter, die von der Uni zurückkehrt», erzählt Penn.

«Etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet»

In einem nach dem Treffen aufgenommenen Video betonte der Kartellboss, der Inhalt des Filmes sei «exklusiv für Señorita Kate del Castillo und Señor Sean Penn» bestimmt. Auch der spanische Autor des Buches, das als Vorlage für die Fernsehserie diente, meldete sich auf Twitter zu Wort: «Die Königin des Südens vermittelte das Interview mit El Chapo», schreibt Arturo Pérez-Reverte. «Etwas anderes hätte ich auch nicht erwartet.»

Mexikos Generalstaatsanwältin Arely Gómez sagte am Freitag ebenfalls, Guzmán habe «Schauspielerinnen und Produzenten» kontaktiert, um einen Film über sein Leben drehen zu lassen. Nun will die Staatsanwaltschaft die Filmstars zu dem Treffen befragen. Die Behörden waren den Schauspielern auf die Spur gekommen, obwohl diese die klandestine Zusammenkunft geheim halten wollten. Nur wenige Tage nach dem Interview wäre Guzmán den Sicherheitskräften fast ins Netz gegangen. Am Freitag wurde der Drogenboss dann bei einem blutigen Militäreinsatz in der Küstenstadt Los Mochis im Bundesstaat Sinaloa gefasst.

(fal/afp)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moneyboy am 11.01.2016 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sherlock

    Wer diese Kontaktfrau ist? Ganz klar 1 Milf.

  • juan c. am 11.01.2016 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mexico

    Bevor man einen Artikel schreibt sollte man sich informieren ! Kate del Castillo ist sicher nicht erst seit der Telenovela la reina del sur bekannt !! Und el Chapo ist bestimmt ein besserer Mensch als Peña Nieto.

Die neusten Leser-Kommentare

  • juan c. am 11.01.2016 20:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mexico

    Bevor man einen Artikel schreibt sollte man sich informieren ! Kate del Castillo ist sicher nicht erst seit der Telenovela la reina del sur bekannt !! Und el Chapo ist bestimmt ein besserer Mensch als Peña Nieto.

  • Moneyboy am 11.01.2016 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Sherlock

    Wer diese Kontaktfrau ist? Ganz klar 1 Milf.