Kopfgeld ausgesetzt

10. Juni 2010 18:09; Akt: 10.06.2010 18:10 Print

Wer kennt den Taxi-Mörder?

Ein Serientäter hält die Bodensee-Region in Atem: Nun fahndet die Polizei mit einem Phantombild nach dem Mörder und Vergewaltiger.

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Das Phantombild des mutmasslichen Taxi-Mörders: Er hat eine Taxifahrerin schwerverletzt und vergewaltigt, eine zweite hat er erstochen.

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Die Stimmung ist angespannt im deutschen Friedrichshafen: Die Stadt an der Schweizer Grenze ist voll von Polizei. Die Beamten suchen fieberhaft nach dem Taxi-Mörder: Der bisher unbekannte Mann hat zwischen Dienstagnacht und Mittwochmittag zwei Taxifahrerinnen abgestochen. Eine überlebte schwerverletzt und vergewaltigt, die Zweite erlag ihren Stich- und Schnittverletzungen. Im Moment konzentrieren sich die Ermittlungen der Polizei auf die Region zwischen Friedrishafen und Hagnau. Sie verteilen dort Flugblätter mit einem Phantombild und einer Beschreibung des von dem Täter benutzten Fahrrades.

10 000 Euro Kopfgeld ausgesetzt

Der mutmassliche Mörder war vom letzten Tatort mit einem Velo geflohen und war zuletzt damit in Friedrichshafen unterwegs. Er trug ein schwarzes, kurzärmliges Hemd, spitze Lederschuhe und eine verwaschene blaue Hosen mit Blutspritzern. Er war einer Gruppe von vier holländischen Touristen aufgefallen, als er sie nach dem Weg nach Manzell fragte. Als die Touristen das Blut sahen und ihn danach fragten, stiess er sie weg und floh mit dem Velo. Die Spur verliert sich zwar in Friedrichshafen, «wir gehen aber davon aus, dass sich der Täter noch in der Region aufhält», sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagnachmittag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 10 000 Euro ausgesetzt.

Die Sonderkommission «Taxi» bearbeitete am Donnerstag mehr als 80 Hinweise aus der Bevölkerung. Eine heisse Spur gab es laut Polizei zunächst aber noch nicht.
Wie die Konstanzer Polizeidirektion am Donnerstag gegenüber 20 Minuten Online sagte, gibt es auch von dort noch keine neuen Hinweise zum Mann. Das erste Opfer, das schwerverletzt überlebte, konnte noch nicht befragt werden. «Die Frau liegt immer noch auf der Intensivstation», sagt Pressesprecher Fritz Bezikofer gegenüber 20 Minuten Online. Bezikofer befand sich am ersten Tatort, wo der kriminaltechnische Dienst nach Spuren sucht, die bei der Fahndung und der Überführung des brutalen Täters weiterhelfen können. Die Polizei warnt eindringlich davor, irgendwelche Anhalter mitzunehmen. Sie geht davon aus, dass der Mann als Tramper unterwegs sein könnte.

Die Blutat hat die Region geschockt

Die Angst nach den beiden Angriffen sitzt tief in der Region: Taxiunternehmen haben ihre Fahrerinnen angewiesen, nur noch Stammkunden und Krankenfahrten zu übernehmen. Einige Unternehmen haben zwischenzeitlich den Betrieb ganz eingestellt. An einen normalen Betrieb ist nach der Bluttat sowieso nicht zu denken, wie Unternehmer gegenüber deutschen Medien sagten. «Wir sind alle schockiert», sagt der Bürgermeister von Hagnau, Simon Blümcke, gegenüber der «Schwäbischen Zeitung». Er hatte am Tatort des tödlichen Angriffs einen Augenschein genommen und rang nach Worten. Als sofortige Massnahme wurde ein Teil des Bades geschlossen und die geplanten Events für das Wochenende abgesagt.

In Hagnau am Bodensee wurde die Leiche der zweiten Taxifahrerin entdeckt:

(amc)