Makabere Reklame

09. März 2011 13:03; Akt: 09.03.2011 14:34 Print

Whopper-Werbestar starb den Fastfood-Tod

«Fastfood zum Sterben lecker» - damit warb Blair River in TV-Spots für ein Burger-Restaurant. Nun erlag er seiner Fettleibigkeit, doch die Werbespots flimmern weiter.

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In TV-Spots wurde der dicke Werbestar von als Krankenschwestern verkleideten Models mit Whoppern, Hamburgern und allerlei Fastfood gemästet. Glücklich mampfend liess er sich füttern, während die Stimme aus dem Off zynisch die Gesundheitsrisiken als Nebenwirkungen aufführt: «Bald werden Sie Ihren Penis nicht mehr sehen können und keine Sexualpartner mehr finden, denn diese Multi-Kalorien-Diät garantiert extreme Gewichtszunahme, es kann sogar der Tod durch Fastfood eintreten. Fastfood zum Sterben lecker» – so sarkastisch wurde das Restaurant «Heart Attack Grill» in Phoenix, Arizona (USA) beworben. Nun starb der 214 kg schwere und 1,80 m grosse Werbestar tatsächlich. Der Mann mit der Kleidergrösse XXXXXXL wurde nur 29 Jahre alt. Sein geschwächtes Immunsystem wurde mit einer einfachen Grippe nicht mehr fertig. Sie entwickelte sich zur tödlichen Lungenentzündung.

Der «Herzinfarkt-Burger» war seine Lieblingsspeise

Auch nach dem tragischen Tod des Fastfood-Testimonials wirbt das Restaurant «Heart Attack Grill» weiter mit seinen TV-Spots. Rund 20 000 Freunde hat das Fastfood-Restaurant bei Facebook. Sie alle sind Kalorien-Freunde. Denn nirgendwo sind die doppelstöckigen Super-Whopper höher als hier. Einige der gigantischen Hamburger auf der Speisekarte bringen bis zu 8 000 Kalorien auf die Wage. Fressen, bis der Arzt kommt, lautet die Devise. Gäste ab 160 kg dürfen sich kostenlos den Bauch vollschlagen, dieser Werbegag sorgt für viel Publicity.

Die extremen Kalorienbomben werden als spezielle Multi-Kalorien-Diät angepriesen, als Arzt verkleidet tritt der Restaurantbesitzer in seinen TV-Spots auf. Gleichzeitig wird im TV-Spot immer wieder zynisch über das hohe Gesundheitsrisiko seiner todbringenden Whopper-Diät gehöhnt. Offensiv wird für das ungewöhnlich fette Fastfood als «Herzinfarkt-Diät» geworben, die Kellnerinnen bedienen als Krankenschwestern verkleidet die Kundschaft. Die Gäste werden Patienten genannt und müssen Krankenhemden tragen. Der Werbeslogan «Fastfood zum Sterben fein» ist überall präsent.

Spezial-Diät führte in den Tod

Die Pommes Frites werden extra in Schmalz gebraten und statt des Salat-Büffets gibt es ein Pommes-Frites-Büffet zur Selbstbedienung. Es gibt «Single Bypass Burger» und einem «Butterfat Shake». Der so genannte «Heart Attack Burger» («Herzinfarkt-Burger») ist der ganze Stolz des Restaurants. Der verstorbene 29-Jährige ass ihn oft und gerne, er war hier Stammgast. Wer den dicksten Burger schafft, der wird im Rollstuhl zum Auto geschoben.

Blair River hatte mehrmals versucht, abzunehmen, und hatte sich vergeblich für die Teilnahme an der US-Fernseh-Abnehm-Dokusoap «The Biggest Loser» beworben. Er hatte mit kontrollierten, kleineren Portionen sogar ein wenig abgenommen, doch dann hatte er schnell wieder sein altes Gewicht erreicht. «Jetzt probiere ich einfach mal die Heart-Attack-Grill-Diät aus», sagt Blair River. «Vielleicht hilft mir das, Gewicht zu verlieren.» Der beleibte Werbeträger lebte in dem Ort Mesa nahe Phoenix und arbeitete als Finanzbuchhalter an der Universität von Phoenix.

Die perverse Völlerei geht weiter

Jon Basso, der Gründer des zynisch werbenden Restaurants «Heart Attack Grill» bezeichnet den Tod seines Werbestars gegenüber dem Fernsehsender ABC als «tragisch», denn sein dickes Aushängeschild sei ein «kreatives Genie und ein vielversprechender junger Mann gewesen, dessen Leben wegen seines Übergewichts vorzeitig beendet wurde. Wäre er schlank gewesen, wäre seine Chance, die Lungenentzündung zu überleben, zehnmal so hoch gewesen», gesteht er freimütig. Dennoch tritt der Restaurantbetreiber in den TV-Werbespots auf und bewirbt dort als «Doktor Jon» seine todbringende Multi-Kalorien-Diät. Sein verstorbener Werbestar war Stammkunde in diesem ungewöhnlichen Restaurant. «Sein Tod ist nicht lustig, nur zynische Menschen denken das», sagte er der Zeitung «Arizona Republic».

Dennoch verdient er gut an der perversen Völlerei, die sein Werbestar angepriesen hat. Die makabren Werbespots mit dem verstorbenen Dicken laufen immer noch unvermindert auf der Website des Unternehmens und auch auf der Facebook-Seite findet sich kein Hinweis auf den Tod des übergewichtigen Werbestars. Weiter wird unverändert für «Fastfood zum Sterben lecker» geworben, es herrscht Business as usual. Auf seiner Website wirbt der Heart Attack Grill immer noch mit dem Slogan: «Treating Anorexia since 2005 - behandelt Magersucht seit 2005».

(oku)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fressinchen am 10.03.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    keiner wird gezwungen

    fettes essen wird keinem durch zwang reingedrückt. er hat das alles freiwillig gegessen und wenn sein tod auch tragisch ist für die hinterbliebenen..vielleicht denken andere jetzt mal über ihr essverhalten nach...

  • Cybot am 09.03.2011 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Zumindest...

    ...können die Kunden nicht behaupten, es hätte sie niemand gewarnt.

  • Peschä am 09.03.2011 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Fastfood macht dick

    Es kommt immer auf die Menge an. Ab und zu ein Burger hat noch niemandem geschadet, wenn jemand aber rohe Mengen solches Zeug (fr)isst, kann's natürlich ungesund werden. Sogar zuviel Wasser trinken kann gefährlich werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • D.L. am 10.03.2011 12:09 Report Diesen Beitrag melden

    Whopper = Burger King?

    Bemerkung am Rande: Ist der Name "Whopper" nicht ein eingetragenes Markenzeichen der Firma Burger King? Beim Lesen der Überschrift dachte ich zuerst es handelt sich um einen Bericht über Burger King. Nicht, dass plötzlich Klagen von Burger King eintrudeln...

    • Ludi am 10.03.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      doch!

      Whopper ist ein eingetragenes Markenzeichen von Burger King. Gemäss der Überschrift hätte Blair River also für Burger King gearbeitet...

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  • Andreas am 10.03.2011 11:40 Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit: Jeder entscheidet selber

    Dem sage ich Freiheit. Hier in der Schweiz darf man das nicht einmal mehr selber entscheiden. Vom Staat bezahlte Kampagnen belehren uns und am liebsten würde der Staat sowieso alles ungesunde verbieten. Wir haben Eigentumsrechte, auch auf unser eigenen Körper!

    • Michi Andermatt am 10.03.2011 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ganz...

      Solange jeder seinen Beitrag zum Gesundheitswesen beisteuern muss, besteht ein allgemeines Interesse daran, dass die Kosten desselben nicht astronomische Höhen erreichen, weshalb es durchaus Sinn ergibt, dass man in der Schweiz präventiv dagegen arbeitet. Oder aber man akzeptiert stillschweigend steigende Krankenkassenprämien und darf sich weiterhin mit Fett vollstopfen.

    • Frank am 10.03.2011 12:39 Report Diesen Beitrag melden

      Jeder entscheidet selber, aber auf wessen Kosten?

      Aber die Krankheitskosten tragen dann wieder alle? Ganz so einfach ist das nicht... Man kann nicht alle gefahren in Kauf nehmen und dann die Wirkung auf alle umlegen. Ich bin der Meinung das auf deutlich ungesunde Lebensmittel (Fast(Fett)food, Alkohol, Tabak) eine extra Steuer erhoben werden sollte und diese dann direkt in die Krankenkassen einfliessen.

    • Uschi am 10.03.2011 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Falsche Freiheit!

      So ein Sch***! So etwas muss verboten werden, nicht unterstützt! So schädlich zu viele Vorschriften sein können, hier sind sie angebracht! Wie kann man nur so denken!

    • Kitty am 10.03.2011 17:54 Report Diesen Beitrag melden

      Wofür sollte man an die anderen denken?!

      @Frank Alkohol und Tabak sind schon besteuert. Vorallem Tabak... @ AndreasUngesunde Sachen ganz zu verbieten wäre stumpfsinn. Ja, klar, jeder muss selber entscheiden - aber, muss auch überlegen können inwiefern dies wieder rückwirkend ist. Trotz, dass ich auch sehr gerne in erster Linie an mich denke, muss ich mir vor Augen halten, was für die Gemeinschaft besser ist. Als Teil davon, fällt ja auch alles wieder auf mich zurück, nicht nur auf die anderen. Bitte mal weiter als zur Nasenspitze überlegen!

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  • fressinchen am 10.03.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    keiner wird gezwungen

    fettes essen wird keinem durch zwang reingedrückt. er hat das alles freiwillig gegessen und wenn sein tod auch tragisch ist für die hinterbliebenen..vielleicht denken andere jetzt mal über ihr essverhalten nach...

  • Agnostiker am 10.03.2011 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    nichts makaber

    nichts zynisch, sondern offene und ehrliche Werbung mit einem Mensch, der hielt, was in "seiner" Werbung versprochen wurde. Wobei es natürlich etwas mehr als einen gelegentlichen Besuch beim "Herzinfarktgrill" brauchte...Aber tragisch ist's trotzdem! Möge er in Frieden ruhen.

  • Peschä am 09.03.2011 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Fastfood macht dick

    Es kommt immer auf die Menge an. Ab und zu ein Burger hat noch niemandem geschadet, wenn jemand aber rohe Mengen solches Zeug (fr)isst, kann's natürlich ungesund werden. Sogar zuviel Wasser trinken kann gefährlich werden.

    • regula stark am 10.03.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      ein Burger...

      ...mit 8000 kalorien schadet schon, wenn er bloss einmal die Woche gegessen wird. Dazu eine Dicke Cola und ein fetter Shake. Lies doch, diese Burger sind nicht normal!

    • Hans am 10.03.2011 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Peschä

      Und bei zuviel Wasser trinken reden wir von Mengen, die ein normaler Mensch nicht einmal runterkriegt (oder trinken Sie locker sechs Liter Wasser am Tag?) Wenn Sie von einem einfachen BigMac reden ist das eine Sache, aber die meisten lassen es bei einem ja nicht bewenden. Wussten Sie, dass pro Jahr alleine in der Schweiz 99 Mio. Gäste die McDonalds-Filialen besuchen? Rechnen Sie das mal auf eine Person herunter...

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