Beim Business-Meeting

14. September 2018 19:52; Akt: 15.09.2018 07:35 Print

Video zeigt Weinsteins Flirt- und Grabschversuche

Ein Video zeigt Harvey Weinstein bei einem Geschäftsmeeting. In dem Treffen kommt Weinstein der Geschäftsfrau Melissa Thompson sehr nahe.

Video: Weinstein streichelt den Arm der Geschäftspartnerin. (Video: Tamedia/Melissa Thompson via Storyful)
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Der wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung angeklagte Filmproduzent Harvey Weinstein wurde 2011 bei einem Annäherungsversuch gefilmt.

Das am Mittwochabend veröffentlichte Video zeigt den Produzenten bei einem Meeting mit der 28-jährige Melissa Thompson. Er schliesst die Tür ab, umarmt die junge Frau, flirtet offen mit ihr und scheint sie dann während einer anzüglichen Unterhaltung unter dem Tisch zu berühren. Thompson wirft ihm vor, er habe sie später in sein Hotel eingeladen und dort vergewaltigt.

Gegenseitiges Flirten?

Melissa Thompson gehört zu den Frauen, die im Juni eine Sammelklage wegen Vergewaltigung gegen Harvey Weinstein eingereicht haben. Laut Weinsteins Anwalt, Ben Brafman, versucht Thompson mit dem Video ihre Position im Verfahren gegen seinen Mandanten zu stärken. Das Flirten habe jedoch auf Gegenseitigkeit beruht.

«Das ist ein neuer Versuch, Herrn Weinstein aus finanziellen Gründen zu entehren, und das akzeptieren wir nicht. Die Fakten sind wichtig», sagte er gegenüber dem «People»-Magazine und leugnete jegliches sexuell unangemessenes Verhalten.

«Habe ich das Recht, mit dir zu flirten?»

Laut Sky News besuchte die junge Frau im September 2011 Weinsteins Firma, um dem Marketingteam die neuen Video- und Datenanalyse-Services ihres Start-ups vorzustellen. Im Rahmen der Präsentation hatte sie das Treffen mit der Webcam ihres Computers gefilmt.

Wie die Aufnahmen zeigen, betrat Weinstein den Raum allein, schloss die Tür und bat seine Mitarbeiter, nicht zu stören. Als die junge Frau sich vorstellen will, umarmt Weinstein sie und streichelt ihren Rücken. Nach einem kurzen Austausch fragt er: «Habe ich das Recht, mit dir zu flirten?», worauf Thompson antwortet: «Wir werden sehen, ein bisschen.»

Gegenüber Sky News rechtfertigte sie sich damit, dass sie das Treffen nicht habe vermiesen wollen. Sie habe versucht, «ihr Gesicht zu wahren» und irgendwie «mit der Situation umzugehen». Den Vorwurf, sie habe ihn mit ihrem Verhalten ermutigt, weist sie von sich.

(vwi)