26. April 2005 12:16; Akt: 26.04.2005 12:16 Print

Wunder von Amagasaki: Zwei Verletzte geborgen

Nach dem schweren Zugunglück in Japan haben Rettungskräfte am Dienstag noch zwei Überlebende aus den völlig zertrümmerten Waggons geborgen. Mit weiteren Überlebenden wurde laut Polizei nicht mehr gerechnet.

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Die Zahl der Toten stieg nach Behördenangaben auf 73. Unterdessen entgleiste in Japan am Dienstag zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen ein Zug. Dabei wurde aber nur ein Mensch verletzt.

Bei dem Unglück in Amagasaki vom Montag war ein vollbesetzter Pendlerzug in einer Kurve entgleist und in einen neunstöckigen Wohnblock geprallt. 456 Menschen wurden verletzt. Bei einem der geretteten Überlebenden handelt es sich nach Angaben der Feuerwehr um einen 19-jährigen Studenten. Er hatte sich bei dem Unfall schwere Beinverletzungen zugezogen und wurde in stark geschwächtem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Kurz zuvor war bereits eine andere Person sicher geborgen worden. Medienberichte, wonach Einsatzkräfte in den Waggons mindestens zehn weitere Tote entdeckt hätten, wurden von der Polizei zunächst nicht bestätigt.

Die genaue Unfallursache stand auch am Dienstag noch nicht fest. Die Behörden prüften weiterhin, ob der unerfahrene 23-jährige Lokführer mit überhöhter Geschwindigkeit in die Kurve gefahren war. Der Zug hatte knapp zwei Minuten Verspätung. Etwa zehn Verkehrsexperten der Regierung begannen damit, die Gleise am Unfallort zu untersuchen. Auch der Fahrtenschreiber des Zugs sollte geborgen werden. Die Polizei überprüfte derweil die Akten der zuständigen Eisenbahngesellschaft. Mehrere von deren Spitzenmanagern wollen nach Medienberichten am Mittwoch ihren Rücktritt bekannt geben.

Verkehrsminister Kazuo Kitagawa kündigte eine sorgfältige Überprüfung der Sicherheitsvorkehrungen im Eisenbahnwesen an. Er werde alle Bahngesellschaften anweisen, in den nächsten Tagen entsprechende Inspektionen auszuführen, sagte er vor Journalisten. Es gelte herauszufinden, wie es zu diesem tragischen Unfall habe kommen können. Bei dem letzten schweren Zugunglück in Japan im November 1963 kamen in Tsurumi bei Tokio 161 Menschen ums Leben.

Bei dem Unglück vom Dienstag stiess im Norden des Landes ein Zug an einem Bahnübergang mit einem Lastwagen zusammen und sprang aus den Schienen. Der Fahrer des Lastwagens wurde leicht verletzt. Den Angaben zufolge hatte der Lastwagenanhänger genau an dem Bahnübergang ein Rad verloren. Obwohl der Fahrer Alarm ausgelöst habe, habe der herannahende Zug nicht mehr rechtzeitig halten können.

(ap)