04. Dezember 2007 23:08; Akt: 05.12.2007 09:30 Print

Wurstkrise: EU soll den Cervelat retten

FDP-Mann Rolf Büttiker will mit einem Vorstoss im Parlament die typischen Schweizer Cervelats retten. Doch die Zeit wird knapp: Bereits im Frühsommer neigen sich die Darmvorräte dem Ende zu.

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Die Haut des traditionellen Schweizer Cervelats besteht aus brasilianischen Rinderdärmen. Die EU lässt diese Innereien jedoch aus Angst vor BSE nicht mehr als Lebensmittel zu – und da die Schweiz ihr Lebensmittelrecht der EU angepasst hat, gilt das Importverbot auch für die Helvetier.

Dies hat Folgen: «An der Euro 08 gibts keine Orginal-Cervelats mehr», ist der Präsident des Schweizer Fleisch-Fachverbands, Rolf Büttiker, sicher. Mögliche Alternativen wie Kunst- oder Schweinsdärme seien katastrophal in Bezug auf Geschmack, Farbe, Grilltauglichkeit und Krümmung, so der FDP-Ständerat im «Migros-Magazin». Auch Bell, der grösste Fleischverarbeiter der Schweiz, sieht schwarz: «Die Vorräte der Rinderdärme werden bis im Frühling oder Frühsommer aufgebraucht sein», so Mediensprecher Davide Elia.

Büttiker will nun handeln: «Ich reiche in dieser Session eine Interpellation ein.» Darin werde der Bundesrat aufgefordert, in Brüssel Druck auszuüben, dass das Importverbot mindestens teilweise aufgehoben wird – oder dass für die Schweiz eine Ausnahmeregelung formuliert werde.

Nico Menzato