Philippinen

02. Oktober 2011 11:44; Akt: 02.10.2011 11:48 Print

Zahl der Taifun-Opfer steigt weiter

Die beiden Wirbelstürme «Nalgae» und «Nesat» haben in den vergangenen Tagen in Südostasien für Chaos und Zerstörung gesorgt. Auf den Philippinen sind mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen.

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Ein Mann wird auf der Strasse beim Versuch, diese zu überqueren, in Calumpit auf den Philippinen fast weggespült. (Bild: AFP)

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Zum zweiten Mal in einer Woche ist ein Taifun über die Philippinen hinweggefegt. Die Zahl der Opfer der beiden Wirbelstürme erhöhte sich am Wochenende auf 55.

Nach 52 Toten durch den Taifun «Nesat» vor wenigen Tagen kamen am Samstag drei weitere Menschen ums Leben, als der Taifun «Nalgae» über die Provinz Isabela und die Hauptinsel Luzon hinwegzog.

Hunderte Dorfbewohner sassen nach Angaben des Zivilschutzes am Sonntag nördlich der Hauptstadt Manila wegen des Hochwassers auf Hausdächern fest. Fast 400 000 Menschen suchten in Evakuierungszentren oder bei Verwandten und Freunden Zuflucht.

In der Provinz Botonc kam es zu einem Erdrutsch, der einen Minibus rammte. Ein Mensch wurde nach Angaben der Behörden getötet. In der Provinz Tarlac wurde ein Junge in der Stadt Camiling von einem reissenden Fluss fortgeschwemmt und ertrank. Ein weiterer Mensch kam in einem nahe gelegenen Dorf in den Fluten ums Leben.

Strom abgestellt

Um Unfälle zu vermeiden, stellten die Behörden in der Provinz Isabela zeitweise den Strom ab. In der Provinzhauptstadt Ilagan deckte der Sturm Dächer ab und entwurzelte Bäume.

In der nahe gelegenen Siedlung Luna kippte ein Bus mit 30 Fahrgästen auf die Seite. Beim Unfall am Rande eines Reisfeldes wurde nach Polizeiangaben niemand ernsthaft verletzt.

Bereits der Taifun «Nesat» kostete Anfang der Woche auf den Philippinen 52 Menschen das Leben. Seitdem stand in einigen Ortschaften das Wasser noch immer kniehoch.

Ausharren auf Hausdächern

Durch den zweiten Sturm «Nalgae» verschärfte sich die Lage, weil heftiger Regen mit in der Stunde bis zu 25 Litern pro Quadratmeter niederging. Der Regen konnte von den bereits gesättigten Böden nicht aufgenommen werden, und es kam vielerorts zu neuen Überschwemmungen.

In der nördlich von Manila gelegenen Provinz Bulacan mussten die Bewohner mehrerer Dörfer den vierten Tag in Folge auf ihren Hausdächern ausharren, einige von ihnen ohne Nahrungsmittel und Trinkwasser.

Versorgung aus der Luft

Die Behörden kündigten an, am Sonntag zwei Helikopter einzusetzen, um die Betroffenen zunächst aus der Luft zu versorgen. Bereits am Samstag versuchten die Rettungskräfte, die auf den von Wasser umgebenen Dächern ausharrenden Dorfbewohner mit Schlauchbooten in Sicherheit zu bringen.

Am Samstag hatte der Chef der Zivilverteidigungsbehörde, Benito Ramos, die Menschen in der Provinzen Bulacan, Pampanga und Nueva Ecija dazu aufgerufen, gefährdete Gebiete sofort zu verlassen. Die Behörden warnten vor weiteren Überschwemmungen sowie Springfluten und Erdrutschen.

«Nalgae» war am Samstagvormittag (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde südlich der Palanan-Bucht auf Land getroffen. Inzwischen bewegt sich der Taifun mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde über das Südchinesische Meer in Richtung China.

(Video: Youtube/timesofearth)

So entstanden die beiden Mega-Taifune
(Video: Youtube/MeteoGroupDE)

(sda)