05. April 2005 07:02; Akt: 05.04.2005 09:23 Print

Zehntausende erweisen Papst die letzte Ehre

Zehntausende von Gläubigen aus aller Welt haben dem im Petersdom aufgebahrten Papst seit Montagabend die letzte Ehre erwiesen. Wegen des grossen Andrangs blieb das Gotteshaus in der Nacht länger geöffnet als geplant.

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Hunderttausende hatten sich seit dem Abend auf dem Petersplatz in Rom eingefunden und in kilometerlangen Schlangen auf Einlass gewartet. Das italienische Fernsehen berichtete von bis zu 400 000 Menschen.

Der Petersdom bleibt für die Gläubigen bis Mittwoch fast rund um die Uhr geöffnet. Nur in den Nächten wird die Kirche jeweils für ein paar Stunden geschlossen. In der ersten Nacht waren es knapp zwei Stunden, bevor der Petersdom am frühen Dienstagmorgen kurz vor 5 Uhr wieder seine Pforten öffnete. Viele Gläubige hatten auf dem Petersplatz ausgeharrt.

Die Pilger dürfen vor dem Leichnam des Papstes nicht verweilen, sondern müssen wegen des grossen Andrangs zügig daran vorbeigehen. Das Fotografieren ist strengstens verboten. Die Totenmesse und Beisetzung in der Basilika finden am Freitag statt.

Prozession in der Dämmerung

In einer bewegenden Prozession war Johannes Paul II. in der Abenddämmerung vom Apostolischen Palast in den Petersdom gebracht worden. Tausende Menschen versammelten sich zum letzten Weg des Papstes über den Petersplatz. Hier fuhr er einst mit seinem Papamobil durch die jubelnde Menge, hier wurde er bei einem Attentat 1981 lebensgefährlich verletzt.

Zur Zeremonie erklangen Glockengeläut und liturgische Gesänge. Zwölf Träger schulterten die Bahre mit dem Toten. Sie wurden begleitet von Schweizergardisten sowie zahlreichen Kardinälen und kirchlichen Würdenträgern.

Mit Bischofsstab und Rosenkranz

Zunächst war der Leichnam in der Sala Clementina im Apostolischen Palast aufgebahrt gewesen. Dort hatten ihm hohe Kirchenführer und Prominente die letzte Ehre erwiesen. Von hier führte die Prozession durch lange Gänge und über Treppen im Vatikan.

Der aufgebahrte Papst hat den Bischofsstab in seiner Armbeuge, in seinen Händen liegt ein Rosenkranz. Der Camerlengo (Kämmerer) des Vatikans, Kardinal Eduardo Martínez Somalo, schritt bei einer Segnungszeremonie drei Mal feierlich um den Katafalk. Er sprengte Weihwasser über den Toten in rotem Messgewand und schwenkte das Weihrauchgefäss.

(sda)