Demonstrationen in Paris

27. Januar 2019 22:52; Akt: 27.01.2019 22:52 Print

Rotschal-Bewegung stärkt Macron den Rücken

Am Sonntag demonstrierten in Paris Tausende Rotschals gegen die Gewalt am Rande der Gelbwesten-Proteste und für die Institutionen der Republik.

Sie wollen keine Revolution und keine Gewalt: Die «Foulards Rouges» stellen sich in Paris den Protesten gegen Präsident Macron entgegen. (Video: AFP)
Zum Thema
Fehler gesehen?

In Paris haben am Sonntag mehrere Tausend Rotschals gegen die Protestbewegung der Gelbwesten demonstriert. Die Kundgebung setzte sich am Nachmittag von der Place de la Nation aus in Bewegung. Die Teilnehmer, von denen viele rote Schals trugen, gingen nach eigenen Angaben gegen die Gewalt am Rande der Gelbwesten-Proteste und für die Institutionen der Republik auf die Strasse.

Am Samstag hatten die Gelbwesten (Gilets Jaunes) landesweit 69'000 Menschen mobilisiert, es kam erneut zu Ausschreitungen.

Die Teilnehmerzahl bei der Demonstration der Rotschals (Foulards Rouges) blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Organisatoren hatten am Vormittag mit mindestens 10'000 Teilnehmern gerechnet – so viele hatten zuvor über das Online-Netzwerk Facebook ihre Teilnahme an dem «Republikanischen Marsch der Freiheiten» in der französischen Hauptstadt zugesagt.

An der Spitze des Demonstrationszugs skandierten die Aktivisten «Ja zur Demokratie, nein zur Revolution». Zu sehen waren mehrere Frankreich-Fahnen und eine Handvoll Europa-Fahnen. Einige Teilnehmer trugen T-Shirts mit Aufschriften wie «Ich liebe meine Republik» oder «Stoppt die Gewalt».

Präsidentenfreundliche Rotschals

Der Initiator der Rotschals, Laurent Soulié, steht der Partei Die Republik in Bewegung (La République en Marche) von Präsident Emmanuel Macron nahe. Der Ingenieur aus Toulouse hatte die Idee zu der Demonstration Mitte Dezember bei Facebook lanciert. Das Kennzeichen der roten Schals geht auf eine Protestgruppe zurück, die seit Ende November gegen die Strassenblockaden der Gelbwesten demonstrierte.

Diese hatten am elften Protest-Samstag in Folge 69'000 Franzosen auf die Strasse gebracht, wie das Innenministerium mitteilte. In Paris demonstrierten demnach rund 4000 Gelbwesten gegen den Reformkurs von Präsident Macron.

Im Vergleich zum vorherigen Samstag gingen die Teilnehmerzahlen leicht zurück. Am vergangenen Wochenende hatten sich landesweit 84'000 Menschen beteiligt, in Paris waren es 7000 gewesen.

Die Gelbwesten-Proteste richten sich gegen die Reformpolitik der Regierung. Ein weiteres Konfliktthema ist die als zu niedrig empfundene Kaufkraft. Einige Gelbwesten fordern auch den Rücktritt von Staatspräsident Macron. Der 41-Jährige ist mit der bislang schwersten Krise seiner Amtszeit konfrontiert, die im Mai 2017 begonnen hatte.

Zusammenstösse an Place de la Bastille

In Paris kam es am Samstag an der Place de la Bastille zu Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die Wurfgeschosse auf Polizisten warfen. Nach Angaben der Präfektur wurden dabei 22 Menschen festgenommen.

Zusammenstösse gab es auch in den "Gelbwesten"-Hochburgen Toulouse und Bordeaux im Südwesten Frankreichs sowie im Süden in Montpellier und Avignon, ausserdem in mehreren westfranzösischen Städten.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Oyvey am 28.01.2019 00:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinheiliger gehts nicht...

    Bezahlte Gegen-Demonstrante n von der Elite. Nichts weiteres.

    einklappen einklappen
  • Komiker 2018 am 27.01.2019 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frankreich ist so...

    Zerbrechlich wie die EU.

    einklappen einklappen
  • Wörni am 28.01.2019 00:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Aktionen

    In Frankreich sind viele Menschen an der Armutsgrenze. Die Mächtigen sollten bei der Politik acht geben, das die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter auseinander geht. Die Franzosen gehen mit ihrem Unmut halt auf die Strasse

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Dee am 28.01.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Lacher

    Rot-Schal sind alles vermögende oder pensionierte die fein raus sind. Die müssen sich nicht mit unterbezahlten Jobs rumschlagen.

  • Magus am 28.01.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Out of control

    Das hat aber lange gedauert, bis man eine kontrollierte Opposition aufbauen konnte. Oder geriet die Bewegung der Gelbwesten ausser Kontrolle?

  • Farb Berater am 28.01.2019 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Genug Luft nach oben

    sehr schlau wäre es nun wenn die Gelben Westen noch eine roten Schal anziehen würden ;-)

  • Marcel K am 28.01.2019 12:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja die andern sind mehr

    Die paar gekauften Rotschal Schafe kommen gegen die x-tausend gelben nicht an.

  • wander-max am 28.01.2019 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    ohne fleiss kein preis

    logisch wird die elite immer reicher. die arbeiten ja auch und marschieren nicht seit wochen planlos durch paris....

    • Magus am 28.01.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar

      Vor allem sind sie nicht so dumm zu glauben, dass man mit Arbeit reich würde..

    einklappen einklappen