26. April 2005 07:09; Akt: 26.04.2005 07:09 Print

Zugunglück in Japan: Opferzahl steigt auf 73

Die Zahl der Todesopfer beim schweren Zugunglück in Japan ist auf mindestens 73 gestiegen. Nach jüngsten Medienberichten sind mindestens 442 Menschen verletzt worden, 151 davon schwer.

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Das Unglück hatte sich kurz nach der Rushhour in Amagasaki nahe Osaka, rund 400 Kilometer von Tokio entfernt, ereignet. Aus zunächst unbekannter Ursache war der Expresszug in einer Kurve entgleist und in ein Wohnhaus gerast.

Rettungskräfte versuchten weiter unermüdlich, eingeschlossene Opfer aus den völlig zerstörten Wagen zu bergen. 22 Stunden nach dem Unfall konnte ein 19-jähriger Student gerettet werden. Unterdessen liefen die Ermittlungen zur Unfallursache.

Die Polizei wollte von der Betreibergesellschaft JR West Unterlagen einfordern. Die Polizei hält es Medienberichten zufolge für möglich, dass der Zug zu schnell in der Kurve fuhr oder Steine auf den Gleisen lagen. Möglicherweise sei es aber auch eine Kombination von beidem gewesen, hiess es.

Der 23-jährige Zugführer kam bei dem Unfall vermutlich ums Leben. Der junge Mann, der erst über elf Monate Berufserfahrung verfügte, war kurz vor dem schweren Unfall beim vorherigen Bahnhof zu weit gerollt und hatte zurücksetzen müssen. Er war deswegen 90 Sekunden verspätet abgefahren. Unklar ist weiterhin, ob er zu schnell gefahren war, um den entstandenen Zeitverlust wieder aufzuholen.

(sda)