Gerichtsurteil

05. Juli 2014 05:47; Akt: 05.07.2014 05:47 Print

Zwei Ex-Militärs für Tod von Bischof verantwortlich

Der Bischof Enrique Angelelli ist 1976 bei einem Autounfall in Argentinien verstorben. Es handelte sich aber wohl um ein Attentat, weswegen nun zwei Ex-Militärs verurteilt wurden.

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Luciano Benjamin Menendez und ein Kollege wurden verurteilt, in den 1970er Jahren einen argentinischen Bischof ermordet zu haben. (Bild: Keystone/AP/Natacha Pisarenko)

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Im Fall um den Tod des bekannten Bischofs Enrique Angelelli während der Militärdiktatur in Argentinien sind zwei ranghohe Ex-Militäroffiziere verurteilt worden. Der ehemalige Armeechef Luciano Benjamín Menéndez und der frühere Vizekommodore Luis Fernando Estrella müssen wegen Mordes für den Rest ihres Lebens hinter Gitter, wie ein Gericht in der Stadt La Rioja am Freitag befand.

Angelelli galt in den 1970er Jahren als einer der führenden linksgerichteten Bischöfe im überwiegend konservativ geprägten religiösen Establishment. Kurz nachdem das Militär die Macht übernahm und einen schmutzigen Krieg gegen mutmassliche politische Gegner begann, kam er im August 1976 auf einer Strasse nahe La Rioja um. Jahrzehntelang beharrten die Behörden darauf, dass es sich um einen tödlichen Autounfall gehandelt habe.

Angelelli hatte Kontakt zum Papst

Doch 2010 wurde der Fall neu aufgerollt, nachdem der ehemalige Priester Arturo Pinto, der damals mit Angelelli unterwegs war, erklärte, dass ihr Auto von der Strasse abgedrängt wurde.

Kurz vor seiner Ermordung bat Angelelli den heutigen Papst Franziskus - Jorge Mario Bergoglio - darum, drei Seminaristen zu retten, nachdem andere katholische Laien in der Provinz La Rioja getötet worden waren. Bergoglio, damals Leiter der Jesuiten in Argentinien, kam der Bitte nach.

(sda)