Kentucky

23. Januar 2018 21:38; Akt: 24.01.2018 03:19 Print

Zwei Teenager sterben durch Schüsse an Schule

Ein 15-Jähriger hat an einer High School in Kentucky das Feuer eröffnet. Ein Mädchen und ein Knabe starben, 17 Personen wurden verletzt.

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Ein 15 Jahre alter Schüler hat an einer High School im US-Staat Kentucky um sich geschossen und zwei Gleichaltrige getötet. Dem festgenommenen Teenager werde nun Mord und versuchter Mord vorgeworfen, sagte Kentuckys Gouverneur Matt Bevin am Dienstag. 17 Menschen seien verletzt worden, 14 davon hätten Schussverletzungen erlitten. Es handelte sich um die ersten tödlichen Schüsse an einer Schule in den USA in diesem Jahr.

Polizeikommissar Richard Sanders sagte, der Verdächtige sei mit einer Pistole bewaffnet gewesen. Ein Mädchen sei noch am Tatort gestorben, ein Knabe später im Krankenhaus. Beide seien ebenfalls 15 Jahre alt gewesen. Der mutmassliche Schütze sei in Gewahrsam gekommen.

McConnell schickt Mitarbeiter

Der Senator von Kentucky und Mehrheitsführer im US-Senat, Mitch McConnell, sagte in Washington, Mitarbeiter von ihm seien zu der Schule gefahren und stünden in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden. Den Betroffenen schicke er Gebete des Trostes. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass der mutmassliche Schütze gefasst und die Marshall County High School in Benton am Dienstagmorgen abgeriegelt worden sei. Später teilte Polizeisprecher Jody Cash mit, es gebe keine Anzeichen, dass weitere Verdächtige auf freiem Fuss seien.

Etliche Jugendliche seien aus der Schule herausgerannt, um sich in Sicherheit zu bringen, berichtete der Augenzeuge Mitchell Garland. «Sie rannten und weinten und schrien», sagte er. Eine Fussballtrainerin der Schule, Savana Smothers, schrieb der Nachrichtenagentur AP: «Man glaubt einfach nie, dass das in einer kleinen Stadt wie der unseren passieren wird.» Benton liegt etwa 380 Kilometer südwestlich der Hauptstadt von Kentucky, Frankfort.

«Er war entschlossen. Er wusste, was er tut», sagte Schülerin Alexandria Caporali, die nach eigenen Angaben zum Schutz in ein Klassenzimmer rannte. Der mutmassliche Täter haben einen Schuss nach dem anderen abgefeuert. Als er keine Munition mehr gehabt habe, habe er versucht, die Flucht zu ergreifen, sagte Caporali.

Eltern suchen verzweifelt nach ihren Kindern

Ein halbes Dutzend Rettungswagen und etliche Streifenwagen eilten zu der Schule. Polizisten mit Sturmgewehren waren ebenfalls zu sehen. Am Strassenrand reihten sich zahlreiche Autos von Eltern auf, die verzweifelt nach ihren Kindern suchten.

Die Schule liegt nur rund 30 Fahrtminuten von der Heath High School in Paducah entfernt, in der im Jahr 1997 drei Menschen erschossen und fünf andere verletzt wurden. Täter war damals ein 14-Jähriger. Zwei Jahre später kam es an der Columbine High School in Colorado zu einem tödlichen Amoklauf, bei dem zwölf Schüler und eine Lehrkraft getötet wurden. Seit diesem Vorfall sind Schusswaffenangriffe an Schulen in den USA deutlich häufiger geworden.

In der nordtexanischen Stadt Italy hatte ein 16-Jähriger am Montag eine 15-jährige Klassenkameradin angeschossen. Sie erholte sich am Dienstag im Krankenhaus von der Tat. Der Schüler wurde mittlerweile der schweren Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe beschuldigt.

(kaf/chk/ap)