Ausser Kontrolle

03. Juni 2011 09:13; Akt: 03.06.2011 16:52 Print

Zwei Tote bei Explosion in Waffenlager

Ein Brand in einem russischen Munitionslager hat eine Serie gewaltiger Explosionen ausgelöst. Noch in zehn Kilometern Entfernung gingen Scheiben zu Bruch. Tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Das Video des brennenden Munitionslagers wurde gemäss Autor aus einer Entfernung von 27 Kilometer aufgenommen. (Quelle: YouTube)

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Eine Explosionsserie in einem brennenden Munitionslager hat am Donnerstagabend in der mittelrussischen Republik Udmurtien zwei Tote und mindestens 52 Verletzte, darunter ein achtjähriges Mädchen, gefordert. Bei den Todesopfern handelt es sich laut russischen Medien um zwei ältere Menschen, die in der Nähe des Munitionsdepots Herzinfarkte erlitten haben. Das Lager liegt in der Nähe der Ortschaft Pugatschowo südöstlich der Republikhauptstadt Ischewsk, berichten russische Medien am Freitag.

Fast 13 000 Menschen seien vor den explodierenden Granaten und anderer detonierender Munition in Sicherheit gebracht worden. RIA-Nowosti berichtet, in der zehn Kilometer entfernten Stadt Agrys in der Teilrepublik Tatarstan seien in 337 Häusern die Fensterscheiben geborsten. Die erste Explosion in dem 900 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Munitionsdepot sei bei Be- und Entladearbeiten erfolgt, erklärte Viktor Tschulkow, der Chef des Pressedienstes des udmurtischen Präsidenten, gemäss RIA-Nowosti. Noch 13 Stunden nach dem Ausbruch des Brandes explodierte Munition.

Analyse aus der Luft

Das Gelände des 122. Arsenals des Zentralen Militärbezirks wurde mit Hilfe von Drohnen des Innenministeriums untersucht. «Das gesamte Arsenalgelände ist vom Brand erfasst», war der Befund. Das Territorium des Arsenals beträgt vier Quadratkilometer.

Die russische Nachrichtenagentur ITAR-Tass zitierte den stellvertretenden Verteidigungsminister, General Dmitri Bulgakow, mit den Worten, in dem Munitionslager seien auch einige Artillerieraketen gelagert. Diese seien aber nicht in Gefahr, zu explodieren. «Sie sind in einem Betonbunker mit 70 cm dicken Wänden gelagert», erklärte Bulgakow gegenüber RIA-Nowosti.

Medwedew droht Konsequenzen an

Bereits vergangene Woche war es in einem Munitionslager in der russischen Teilrepublik Baschkortostan zu einem Grossbrand und Explosionen gekommen. Präsident Dmitri Mewedew hat eine Untersuchung der beiden Zwischenfälle angekündigt und drohte den verantwortlichen Offizieren mit Degradierung. «Zwei Zwischenfälle - das ist schon ein System. Ich bitte, mir Vorschläge darüber zu unterbereiten, wer sich dafür verantworten muss und wie», sagte Medwedew am Freitag zu Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow in einer Sitzung des russischen Sicherheitsrates.

Die gewaltigen Explosionen waren kilometerweit entfernt zu sehen. (Quelle: YouTube)

Der Explosionsort liegt noch im europäischen Teil Russlands östlich der Wolga und westlich des Ural-Gebirges an den Strömen Kama und Wjatka.

(jcg/ap)