Getötete Backpackerinnen in Marokko

19. Dezember 2018 16:32; Akt: 19.12.2018 16:32 Print

Verdächtige zelteten 30 Meter von Tatort entfernt

Die Dänin Louisa Vesterager Jespersen (24) und ihre Studienfreundin Maren Ueland (28) aus Norwegen wurden während Wanderferien in Marokko ermordet.

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Am Fuss des bei Wanderern beliebten Berges Toubkal in Marokko sind die Leichen zweier junger Frauen aus Skandinavien gefunden worden. Die beiden Studentinnen stammten aus Norwegen und Dänemark. Die Leichen wiesen Stichverletzungen auf.

Die Polizei nahm nach Angaben des Innenministeriums am Dienstag in Marrakesch drei Verdächtige fest. Derzeit wird noch nach einem weiteren Verdächtigen gefahndet. Bei den Verdächtigen handelt es sich um marokkanische Staatsbürger.

Die Leichen seien in einer abgelegenen Gegend nahe dem Ort Imlil gefunden worden, teilte das Innenministerium in Marokko mit. Die Stadt ist für viele Wanderer und Bergsteiger Ausgangspunkt für Touren in das Atlasgebirge. Auch die beiden Studentinnen hatten dort ihre Zelte aufgeschlagen.

24 und 28 Jahre alt

Die drei festgenommenen Männer hatten rund 30 Meter von den ermordeten Studentinnen kampiert, wie skandinavische und marokkanische Medien berichteten. Die Männer sollen das Lager um drei Uhr in der Früh verlassen haben und dabei ihre Sachen zurückgelassen haben. Später wurden am Tatort ein Ausweisdokument von ihnen entdeckt.

Bei den beiden Frauen handelt es sich um die 24-jährige Dänin Louisa Vesterager Jespersen und ihre vier Jahre ältere norwegische Freundin Maren Ueland. Nach Angaben von Vesteragers Mutter Helle Petersen wurde ihre Tochter mit durchtrennter Kehle gefunden. Ihre Familie habe ihr «wegen der chaotischen Zustände» in Marokko eindringlich von der Reise abgeraten, sagte Petersen der dänischen Zeitung «B.T.».

«Sie haben alle Vorsichtsmassnahmen getroffen»

Laut ihren Facebook-Einträge studierte Vesterager in Norwegen, um Reiseleiterin zu werden. Fotos zeigen eine fröhliche junge Frau. Die Mutter von Vesteragers Studienfreundin Ueland versicherte, die beiden Frauen hätten sehr auf Sicherheit gesetzt. «Vor ihrer Reise haben sie alle Vorsichtsmassnahmen getroffen», sagte Irene Ueland dem norwegischen Rundfunksender NRK.

Die Reise der beiden Freundinnen sollte rund einen Monat dauern. Maren und ihre Mutter Irene Ueland hatten zum letzten Mal am 9. Dezember Kontakt.

Nach dem Fund der beiden Leichen wurden die Sicherheitskräfte in der Region verstärkt, alle Trekkingtouren dort wurden nach Angaben der marokkanischen Medien suspendiert.

(doz/sda/afp)