Málaga

14. Januar 2019 18:24; Akt: 15.01.2019 11:53 Print

Bub (2) verschwindet in 110 Meter tiefem Loch

Julen ist in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gefallen. Die Bergungsarbeiten sind komplex, da das Loch nur knapp 25 Zentimeter breit ist. Ob der Zweijährige noch lebt, ist ungewiss.

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Rund um die Uhr arbeiten 100 Retter in der Ortschaft Totalán bei Málaga in Südspanien, um den zweijährigen Julen zu finden. Der Bub ist am Sonntagnachmittag in einen 110 Meter tiefen Brunnenschacht gestürzt. Die Rettungskräfte sind mit Kameras bis knapp 80 Meter Tiefe vorgedrungen. Dort fanden sie eine Tüte mit Süssigkeiten und einen Becher, die Julen zum Zeitpunkt seines Verschwindens mit sich trug – doch vom Kleinen fehlt jede Spur.

Tiefer gelangen die Retter mit der Kamera nicht. Laut «El País» vermuten die Einsatzkräfte, dass entweder Steine den Weg blockieren oder sich an dieser Stelle Erdbrocken gelöst und den Kleinen verschüttet haben.

Ein Familienausflug mit tragischem Ende

Die Familie des Buben hatte einen Ausflug nach Totalán gemacht, um blühende Mandelbäume zu besichtigen, wie Anwohner Paco Guzmán auf Facebook schreibt. Julens Vater alarmierte die Rettungskräfte, nachdem er zusehen musste, wie sein Sohn beim Spielen ins Innere des Lochs hineingerutscht war.

Wie die Zeitung «El Mundo» berichtet, dient das schmale Loch im Gestein zur Erkundung von Wasserquellen. Die Zone ist nicht gesichert. Steine, die das Loch normalerweise bedecken, wurden zuvor im Spiel von älteren Kindern verschoben.

Eine sehr schwierige Rettung

Weil der Schacht nur einen Durchmesser von rund 25 Zentimetern aufweist, stellt die Bergung die Retter vor eine schwierige Herausforderung. «Wir sind für eine solche komplexe Rettung gar nicht vorbereitet», gibt María Gámez von der Regierung in Málaga zu. Vor allem sei es schwierig, in das Loch vorzudringen, weil das Gestein instabil ist und jederzeit nachgeben könnte.

Die Feuerwehr versucht seit Montagmorgen, ein neues Loch zu bohren, parallel zu dem, in dem sich Julen befindet. Als weitere Bergungsstrategie hat die Feuerwehr damit begonnen, Erde an den Seiten des Lochs zu entfernen.


Lebt Yulen noch?

Julens Eltern erklärten dem Rettungsdienst, sie hätten das Kind weinen gehört. Doch der Chef des Trupps zeigte sich im Interview mit dem Radiosender Cope nicht sehr hoffnungsvoll: «Meine Männer haben in keinem Moment die Stimme des Kleinen vernommen.»

«Wir wissen nicht, ob das Kind noch am Leben ist, solange wir es nicht orten», sagte der Pressesprecher der Guardia Civil, Bernardo Moltó, zum Sender Cadena Ser. «Aber wir werden nicht aufgeben.» Die Eltern seien «am Boden zerstört», sagte Elena Trigo, Sprecherin des Rettungsdienstes der Region Andalusien. Man müsse die Hoffnung auf einen guten Ausgang bewahren, schrieb der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter.



(kle)