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15.05.2012 Print

Titel als Grafik Galileo weist den Weg

Europa will sich aus der Abhängigkeit vom GPS, dem amerikanischen Satellitennavigationssystem, lösen und baut deshalb ein eigenes System auf. Es heisst Galileo und soll präziser sein als alle bisherigen Systeme.

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Bis heute ist die Satellitennavigation fest in amerikanischen Händen. Doch mit Galileo wird Europa in Zukunft über ein eigenes, vom amerikanischen GPS (Global Positioning System) unabhängiges, Satellitennavigationssystem verfügen. Im Gegensatz zum System der USA, das für militärische Zwecke entwickelt wurde, ist Galileo als ziviles System ausgelegt. Das heisst, dass es auf Bedürfnisse von privaten und kommerziellen Nutzern abgestimmt ist. Galileo wird also weder vom Militär finanziert noch kontrolliert und sollte deshalb für zivile Nutzer weder verfälscht noch abgeschaltet werden können.

Auch die Schweiz ist beteiligt
Galileo ist ein gemeinsames Projekt der europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) und der Europäischen Union (EU). Da die Schweiz nicht Mitglied der EU ist, beteiligt sie sich über ein bilaterales Abkommen am Aufbau von Galileo. Ursprünglich wurden die Kosten für die Entwicklung von Galileo auf 3,4 Milliarden Euro, also über 4 Milliarden Franken, geschätzt. Experten vermuten aber, dass dieser Betrag nicht reichen wird.

Der Aufbau von Galileo
Galileo besteht aus einer Vielzahl von Einrichtungen auf der Erde sowie im Weltraum. Sie werden zusammengefasst in ein Bodensegment sowie ein Weltraumsegment.

Zum Bodensegment gehören alle Einrichtungen auf der Erde, die den Betrieb des Gesamtsystems sicherstellen. Zudem gewährleisten diese Einrichtungen die Qualität der von den Satelliten gesendeten Informationen.
Den Kern bilden ein Galileo-Kontrollzentrum in Deutschland sowie eines in Italien. Das künftige Galileo-Hauptkontrollzentrum wird in Oberpfaffenhofen in Deutschland errichtet. Von dort aus wird der Regelbetrieb der 30-Satellitenkonstellation über mindestens 20 Jahre hinweg durchgeführt. Ein umfassendes zweites Galileo-Kontrollzentrum wird im italienischen Fucino entstehen. Dieses hat eigene Aufgaben und würde zudem einspringen, wenn es im Hauptkontrollzentrum Probleme geben würde.

Wie ist das neue Satellitennavigationssystem aufgebaut? Und warum wird Europa mit «Galileo» nicht mehr von der USA abhängig sein? Antworten auf diese und weitere Fragen erhalten Sie unter www.tecmania.ch. Los geht’s!