Royal Wedding

27. März 2011 16:27; Akt: 29.03.2011 08:29 Print

Das Internet ist nicht eingeladen

Der Buckingham-Palast schickt den Gästen ein Verhaltensprotokoll für die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton. Ein besonderer Punkt ist dabei der Umgang mit Facebook und Twitter.

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Es passiert nicht alle Tage, dass ein Kronprinz heiratet. Umso mehr ist das britische Königshaus bemüht, für den 29. April jedes einzelne Detail unter Kontrolle zu haben. Wann haben die Gäste in der Kirche zu sein, wie begrüsst man die neu Vermählten, was muss man tragen? Diese brennenden Fragen klären die Hochzeitsplaner Sarah Hayward und William Hanson in einem Dokument, das nun an jeden Gast verschickt wird und mit dem die Gäste auf den grossen Tag vorbereitet werden.

Als Erstes wird klargestellt: Queen Elizabeth ist die letzte, die in das Westminster Abbey kommt. Nach ihr folgt nur noch die Braut. «Normalerweise sollte man 20 Minuten vorher in der Kirche sein», erklärt Hayward. Weil das keine normale Trauung sei, verlange man von den Gästen, dass sie etwas früher kämen – etwa drei Stunden früher. «Man muss sich vorstellen, dass 2200 Menschen zur kirchlichen Zeremonie eingeladen sind und dass Persönlichkeiten, von Royals bis Politiker aus aller Welt kommen werden.»

Kleidervorschriften für sie und ihn

Der nächste entscheidende Punkt ist die Wahl der Garderobe. Für die Herren sieht es ziemlich einfach aus: Diejenigen, die einen militärischen Rang haben, müssen zwangsweise in ihrer Gala-Uniform erscheinen. Alle anderen haben einen Jackett-Anzug oder einen Frack zu tragen. Der Zylinder darf allerdings nicht fehlen. Einzig hat der Gast zu beachten, dass er ihn vor dem Hineingehen in die Kirche abnimmt.

Bei den Frauen wird schon etwas komplizierter: Ein Kleid muss es sein – und nicht zu kurz. Auch wichtig: Weiss ist streng verboten. «Es ist ja der Tag der Braut», erklärt Hayward. Sie rechnet damit, dass vor allem adelige Damen einen Hut tragen werden. «Da gilt als einzige Regel die Vernunft», kommentiert die Fachfrau. Man solle versuchen «nicht allzu auffällig werden.»

Protokollexperte Hanson rät den Paaren, die gemeinsam zur Trauung kommen, den «Partner-Look» zu vermeiden – doch auch nicht allzu sehr. «Manchmal treffe ich Paare, die sich vorher nicht abgesprochen haben und an einem Fest auftauchen, als wären sie an zwei verschiedene Events eingeladen.» Obwohl ein «kombinierter Duo-Look» nicht erwünscht ist, sollte die Garderobe von Mann und Frau «einigermassen zusammenpassen».

Das Internet bleibt draussen

Aus Sicherheitsgründen werden die Gäste gebeten, an jenem Tag ihre Handys zuhause zu lassen. Diejenigen, die trotzdem mit dem Telefon in die Abtei kommen, sollten ihre Geräte während der ganzen Trauungszeremonie abgeschaltet haben. Ein besonderes Augenmerk setzen die Spezialisten auf das Thema Community-Portale: «Es gehört sich nicht, während der Hochzeit zu twittern und auch nicht, seinen Facebook-Status zu aktualisieren», meint Hanson in strengem Ton. Es wäre zudem sehr unhöflich, Bilder mit dem Handy zu machen oder «das Kleid eines anderen Gastes zu kommentieren».

Darf man mit der Queen reden?

Nach dem Jawort werden etwa 600 Gäste zu einem Empfang im Buckingham-Palast erwartet. Zu diesem Punkt empfiehlt Hanson, «die von den Kellnern angebotenen Häppchen freundlich anzunehmen». Alkohol sei «massvoll» zu geniessen, meint er. «Wer sich nicht daran hält, kann sicher sein, dass er nie mehr zu einem solchen Fest eingeladen wird», stellt er klar.

Zum Schluss präsentiert das Dokument einen Verhaltenskodex den Royals gegenüber. «Die Queen darf nicht angefasst werden», lautet der erste Punkt. «Sie sollten auch kein Mitglied der Königsfamilie ansprechen. Sie werden sich an Sie richten. Erst dann dürfen Sie sprechen.» Verbeugen sollte man sich dabei nicht, steht weiter geschrieben. «In solchen Situation ist es unangebracht», erklärt Hanson. «Trotzdem gibt es immer wieder Leute, die unsere Ratschläge vergessen. Von denen werden Sie dann in den Tagen nach der Hochzeit in den Klatschheften lesen.»

(kle)