Logenentzug droht

22. Februar 2011 19:02; Akt: 23.02.2011 10:34 Print

«Bunga Bunga» am Opernball

Die Organisatoren des ehrenwerten Wiener Opernballs kochen vor Wut: Bo Derek ist Richard Lugner zu teuer. Der Baulöwe leistet sich dafür Berlusconis Ruby als Begleitung.

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Karima el-Mahroug, besser bekannt unter dem Künstlernamen ist die Schlüsselzeugin im Sex-Prozess gegen Silvio Berlusconi. 2010 soll es bei Feiern in Berlusconis Villa zu Orgien mit minderjährigen Prostituierten gekommen sein. Die «Ruby-Affäre» war Anlass für den jahrelangen Prozess gegen den Ex-Ministerpräsidenten wegen möglichem Amtsmissbrauch und Förderung der Prostitution mit Minderjährigen. Berlusconi sagt vor Gericht, es habe keine Sexparties mit «Bunga Bunga» gegeben, sondern lediglich Abendessen, bei denen er sich mittels Singen sowie Gesprächen über Sport, Politik und Klatsch in den Mittelpunkt gesetzt habe. Er sei von Ruby belogen worden. Berlusconi erklärt vor Gericht, er habe zwar 45'000 Euro an die minderjährige Prostituierte gezahlt, jedoch nur, damit sie davon einen Schönheitssalon mit Haarentfernungslaser eröffnen könne und nicht etwa für sexuelle Dienstleistungen. «Ruby» ist nicht im Gerichtssaal. Ruby Rubacuori hat am Wiener Opernball 2011 teilgenommen, der schliesslich ohne Skandale über die Bühne ging. Neben Berlusconis Gespielin Ruby kamen auch Stars wie Bob Geldof und Anna Netrebko nach Wien. Küss die Hand schöne Frau...Ruby hat Richard Lugners Einladung zum Wiener Opernball angenommen. Überraschend gab die junge Frau einen Tag vor dem Opernball ihre Heiratspläne bekannt. Der Glückliche soll ein 41-jähriger Disco-Besitzer sein. Ruby Rubacuori fühlt sich von den Medien ungerecht behandelt. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AP erklärte sie, sie habe nichts falsch gemacht. «Ich will Schadensersatz, weil ich so verletzt worden bin, und alles Gold der Welt würde dafür nicht ausreichen.» Sie sei von der italienischen und ausländischen Presse wie eine Prostituierte behandelt worden, schrieb sie. Die mittlerweile 18-Jährige verlangte von der AP 15'000 Euro für ein TV-Interview. «Ich tue nichts für nichts», erklärte sie. Die italienische Tageszeitung «La Repubblica» veröffentlicht die bislang geheime Einvernahme von Ruby am 3. August 2010. Die junge Marokkanerin behauptet, Silvio Berlusconi habe sehr wohl gewusst, dass sie zum Zeitpunkt der Partys in Villa Arcore minderjährig war. Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi wurde wegen der Affäre um die junge Marokkanerin «Ruby» wegen der Begünstigung der Prostitution Minderjähriger der Prozess gemacht. Das Eilverfahren begann am beginnen. Im selben Prozess muss sich Berlusconi zudem wegen Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten. Er wird beschuldigt, später seinen Einfluss geltend gemacht zu haben, um die Affäre zu vertuschen. Das mittlerweile 18 Jahre alte Escortmädchen Ruby Rubacuori verteidigte Berlusconi bei der Aufzeichnung der Sendung «Kalispera». Berlusconi habe ihr zwar geholfen, aber nichts als Gegenleistung verlangt. Weinend fügte sie hinzu, sie habe sich niemals prostituiert. Sei sei im Alter von neun Jahren von zwei Onkeln vergewaltigt worden. Karima El Marough, wie Ruby mit richtigem Namen heisst, steht seit November 2010 im Mittelpunkt der Ermittlungen gegen Italiens Premierminister Silvio Berlusconi. Damals hiess es, der Cavaliere habe die noch 17-Jährige für Sex bezahlt. In Italien ist es strafbar, gegen Bezahlung Sex mit Prostituierten unter 18 Jahren zu haben. Ruby selbst behauptet, wiederholt an Partys des italienischen Premiers teilgenommen zu haben. Nach eigenen Angaben hat sie sogar 7000 Euro erhalten. Sie will aber keinen Sex mit Berlusconi gehabt haben. Ruby war Ende Oktober 2010 gross in den Medien geraten, nachdem bekannt geworden war, dass Silvio Berlusconi sich persönlich für die junge Frau eingesetzt hatte und sie mit einem Anruf vor dem Gefängnis bewahrt hatte. Die Polizei hatte Ruby am Abend des 27. Mai 2009 festgenommen. Sie war von einer Freundin bezichtigt worden, Geld gestohlen zu haben. Ruby rief aus dem Polizeiposten direkt ins Büro des Premiers an, um Hilfe zu bitten. Berlusconi soll danach zum Hörer gegriffen und gesagt haben, die 17-Jährige sei eine Verwandte des ägyptischen Präsidenten Muhammad Husni Mubarak. Ruby kam sofort frei. Die TV-Moderatorin Nicole Minetti sollte sich um das junge Mädchen kümmern. Die 25-Jährige holte Ruby um 2 Uhr morgens beim Polizeiposten ab und übergab sie einer Brasilianerin. Berlusconi dementierte das ungewöhnliche Vorgehen allerdings nicht: «Es hat einen Anruf gegeben, aber nur um einen Vormund zu finden für eine Person, die uns allen sehr leidgetan hatte, weil sie uns eine dramatische Geschichte erzählt hat, die wir ihr geglaubt haben. Das ist alles.» «Ich bin ein Mensch mit einem guten Herzen und immer bereit, jemandem in Not zu helfen», sagte er im November. Karima El Marough ist in Messina aufgewachsen und mit 14 von zu Hause ausgerissen.

Für die Organisatoren des Wiener Opernballs untragbar: Ex-Berlusconi-Affäre Ruby Rubucuori (18).

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«Ich bin ein bisschen traurig, dass man unser Fest verderben will, aber das wird man nicht schaffen», sagte Staatsoperndirektor Dominique Meyer am Dienstag in Wien auf die Nachricht, dass die 18-jährige Karima el-Mahroug alias Ruby als Gast des Baulöwen Richard Lugner anreisen wird.

Auch Opernball-Chefin Desiree Treichl-Stürgkh distanzierte sich «vehement» von der Dame. In diesem Jahr könne sie ihm die Loge zwar nicht mehr wegnehmen, aber es könne sein, dass Lugner im nächsten Jahr nicht mehr berücksichtigt werde, sagte sie der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Am 21. Februar war bekannt geworden, dass die junge Schönheit den 78-jährigen Baulöwen gegen Bezahlung zu dem Gesellschaftsereignis am 3. März begleiten wird.

Der Kronen-Zeitung sagte Opernball-Chefin Treichl-Stürgkh noch: «Ich habe nichts gegen das Mädchen. Sie ist ein Opfer, das das Beste aus seinem tragischen Schicksal gemacht hat.» Aber es sei «höchst gefährlich», eine Prostituierte, die in einem Verfahren rund um Berlusconi stecke, an den Ball mitzubringen.

In Italien beschäftigt sich die Justiz mit «Rubys» Verbindungen zu Regierungschef Silvio Berlusconi: Die gebürtige Marokkanerin soll als minderjähriges Call-Girl die berüchtigten Bunga-Bunga-Partys des 74-Jährigen besucht haben. Berlusconi wird vorgeworfen, er habe Ruby für Sex bezahlt und ist deshalb wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit minderjährigen Prostituierten angeklagt.

Bo Derek zu teuer

Die 54-jährige Schauspielerin Bo Derek, die ebenfalls im Gespräch war, war wohl zu teuer. Die APA zitierte den 78-jährigen Lugner am Sonntag mit den Worten, er werde den Vertrag mit der Schauspielerin aufkündigen, da sie 25 000 Dollar mehr fordere als ursprünglich geplant.

Lugner, in Wien oft auch nur «Mörtel» genannt, sorgt seit Jahren für schillernde Stargäste beim Opernball. Zu seinen Gästen gehörten unter anderen das Party-Girl Paris Hilton und die Star-Stripperin Dita von Teese.

(sda/ap/sei/rub)